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4 (1887)
Seite
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DIE MYTHISCHE BEDEUTUNG DES WOLFES. 413

vor Gefahr (Atlakvida 8), und das Geheul des Wolfs und seinVoranschreiten verkünden Sieg (Sigurdarkvida 2, 22).

Ich berühre nur die Sage von dem Werwolf (Xuxav&pwuo?),die in der Deutschen Mythologie (S. 1047. 1048) erörtert ist;schon Herodot und Plinius haben sie gekannt. Auch in tar-tarischen Heldenliedern wird von einem Chan erzählt, der alsMensch und' als weisser (glänzender) Wolf leben kann und daherWolffürst (Bürüchan) heisst, s. Schiefner Tartarische Helden-sage S. 372. Der Mensch nimmt, so lange er eine Wolfshaut,einen Zauberring oder Zaubergürtel trägt, Gestalt und Naturdes Wolfs an. Ein Wolfsbalg (Vargsbelgr Hrafnagaldr 8) istdaher ein verderbliches Geschenk. Einen Wolfspelz anlegenheisst noch heute Gewalt brauchen und im Gegensatz denFuchspelz anlegen listig handeln.

Es ist noch übrig, die nicht seltenen Hindeutungen auf diemythische Natur des Wolfs, so weit ich sie habe auffinden können,zusammenzustellen.

Christlichen Völkern war es ein böser Geist, ja der Teufelselbst. Dieser wird daher bei Avitus internus lupus, bei Gre-gorius Magnus seelenraubender Wolf, bei Dietmar von Merse-burg lupus vorax, in Cnuts Gesetzen vodfreca verewulf genannt(Deutsche Mythologie S. 948, Edelstan du Meril poesies ineditesdu moyen äge S. 111. 112, wo noch andere Stellen beigebrachtwerden): dann palowes wäre (Hymni lat. 21, 6, 3.), ubiles wäre(Gl. Iun. 258), der ubele hellewarc (Graff 1, S. 980), der un-gehiure hellewolf (Haupts Zeitschrift 5, S. 520, 191), Höllenwolf(Simplicissimus 2, 72). So heisst er auch geradezu im lateini-schen Reinardus infatuatus satan 2, 238, satanas insatiatus 3, 24.Im Muspilli bezeichnet wäre den Antichrist, der mit Elias beidem Weltende kämpft,

der warch ist kiwäfant: danne wirdit unter in wik arhapan 43.

Im Heljand ist warag der vom bösen Geist besessene Judas157, 2, in folgenden Stellen im Allgemeinen ein Unhold, Böse-wicht :

du bist niht kint, du bist ein wäre:

din wisheit ist unmenneschlich Kindheit Jesu 102, 30.