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4 (1887)
Seite
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374 THIERFABELN BEI DEN MEISTERSÄNGERN.

bis er ihn findet. Aber es gereicht zu seinem Schaden, dasser seines Vaters Rath in den Wind geschlagen hat: der Menschweiss es dahin zu bringen, dass er seinen Schweif verliert,i Diese Erzählung ist einfacher als der Meistergesang und

hat einen anderen Schluss, aber sie ist unvollständig; denn esmusste von der Begegnung des Löwen mit dem Menschen undvon dem Verlust des Schweifes umständlich berichtet werden.Vielleicht gerieth der Löwe in die von dem Menschen gelegtenSchlingen und rettete das Leben nur dadurch, dass er sich ge-waltsam losriss.

Es trifft sich glücklich, dass die Fabel auch in einer Extra-vagante bei Steinhöwcl (es ist die sechzehnte in der AugsburgerAusgabe von 1487 Bl. 62. 63, in der Freiburger von 1555Bl. 72. 73) sich erhalten hat. Sie weicht wiederum ab, abersie vermittelt jene beiden, während sie das Einzelne und zumTbeil trefflich ausführt. Der Löwe verlässt mit seinem Sohndie heimathliche Wildnis, weil ein kleiner Mann darin sichniedergelassen hat, der das Feld anbaut, ihm aber, da er seineSaat verwüstet sieht, Schlingen legt. Als der junge Löwe er-starkt ist und hört, aus welchem Grund sie haben fliehen müssen,will er Rache an dem Kleinen nehmen. Der Vater räth abund warnt ihn, zwar komme der Mann ihnen an Stärke langenicht bei, aber er sei klüger und listiger. Der Sohn hört nichtdarauf und geht fort, seinen Feind zu suchen. Unterwegs be-gegnet ihm das Pferd, das ihm seinen von dem Sattel und denGurten geschundenen Rücken zeigt, weil der kleine Mann aufihm reitet. Dann erscheint der Ochse und klagt, dass ihn derMann zwinge, die Erde aufzureissen: dabei werde er mit Gertenbis auf den Tod geschlagen. Der Löwe bemerkt die Spurenvon den Fusstritten des Mannes und wundert sich, dass sienicht grösser seien, da der Mensch so viel Böses vollbringe.Indem erblickt er ihn; er steht auf einer Anhöhe, hat eineGrabschaufel in der Hand, baut und besäet den Acker. DerLöwe fordert Genugthuung, aber der Kleine droht: »kommstdu herauf, so schlage ich dich mit diesem Kolben todt, schneidedir mit diesem Messer die Haut ab und zerhacke mit diesemBeil dein Fleisch«. Der Löwe macht den Vorschlag, mit ihm