SPANISCHE MÄRCHEN. 359
— La novia se puso roja como sangre: »No nie gusta oir elarpa«. — La cuarta cuerda dice: »El arpa no callarä«. — Lanovia va ä echarse en la cama. — El arpa resuena mny recioy el corazon de la novia se quiebra de dolor«. — El mismoasunto se halla entre las baladas escocesas, pero mas parafraseadoy menos energico.
Wie man sieht, ist, was Milä von der Ballade »de la isla deFerte« mittheilt, spanische Prosa, muss also aus einer anderenSprache oder wenigstens Mundart übersetzt sein. W. Grimmscheint die »isla de Ferte« für eine catalanische gehalten undangenommen zu haben, dass Milä also ein catalanisches Lied inspanischer Prosa wiedergegeben habe. Es ist aber vielmehr die»Sublime balada de la isla de Ferte« ein — färöisches Volks-lied, welches Milä aus Chants populaires du Nord [— Islande —Danemark — Suede — Norvege — Feroe — Finlande —Traduits en francais, et precedes d'nne introduetion, par X. Mar-inier. Paris 1842. 8°], wo es sich S. 75 unter der Überschrift»Laharpe merveilleuse« in französischer prosaischer Übersetzungfindet, kennen gelernt und dessen zweiten Theil er fast durchauswörtlich aus dem Französischen tibersetzt hat.
Wenn er als Heimat der Ballade »la isla de Ferte« nennt,so ist »Ferte« wohl nur Druckfehler für »Feroe«; »la isla« aberwird ein Versehen Miläs sein, der »las islas de Feroe« oder 90noch besser — dem französischen »les Feroe« entsprechend —nur »las Feroe« hätte schreiben müssen.
Marmier hat das Lied, wie er angibt, nach einem »manuscritinedit«, welches ihm »Mr. Schroeter de Thorshavn« mitgetheilthatte, übersetzt, und diese seine Vorlage muss durchweg oderdoch fast durchweg übereinstimmend gewesen sein mit demfäröischen Texte bei E. G. Geijer und A. A.. Afzelius, Svenskafolk-visor frän forntiden, I, 86. *)
x ) Man vgl. über die Herkunft dieses färöischen Textes S. Grundtvig,Danmarks gamle folkeviser, II, 507. — Nebenbei sei bemerkt, dass Geijer undAfzelius eine "wörtliche schwedische Uebersetzung des Liedes gegeben undG. Mohnike, Volkslieder der Schweden, I, Berlin 1830, S. 194, und RosaWarrens, Schwedische Volkslieder der Vorzeit, Leipzig 1857, S. 294 und Nor-wegische, isländische, färöische Volkslieder der Vorzeit, Hamburg 1866, S. 205,es ins Deutsche übersetzt haben.