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4 (1887)
Seite
343
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DIE HIMMELSSTÜRMER. 343

treten wird. In dem merkwürdigen Märchen aus der Bukowina(S. I 178) schifft Gott mit dem Teufel auf dem Wasser undlässt ihn Sand aus dem Abgrund holen, welchen er ausstreutund damit das Festland erschafft. Als der Herr in den Himmelwieder hinaufsteigt, dringt der böse Geist mit hinein und durchrückwärts gesprengtes Wasser erzeugt er eine so grosse MengeTeufel, dass Engel und Heilige nicht mehr Raum haben. Gottberuft den Elias, der hier die Stelle von Thorr vertritt und mitDonner, Blitz und vierzigtägigem Biegen den Teufel und seinGefolge wieder hinaustreibt. Die ganze Erzählung ist so alter-thümlich und so bedeutungsvoll, dass sie wie ein Stück aus derEdda lautet. Den Zorn des Elias auf den Teufel erklärt einewallachische Sage (Schott S. 375): der Böse hat ihn verlockt,seinen Vater und seine Mutter zu erschlagen, und Gott ge-stattet ihm, Bache zu nehmen. Da haust Elias so furchtbarmit Donner und Blitz, dass die ganze W elt zu Grund gegangenwäre, wenn ihm der Herr nicht den rechten Arm gelähmt hätte.Der Kampf des Elias mit dem Antichrist in dem alten GedichtMuspilli empfängt dadurch neues Licht: von dem Blut, das ausder Wunde des Elias trieft, entzündet sich die Erde, midi das Weltall geht in Flammen auf, vgl. Deutsche MythologieS. 157159. In einem Märchen aus dem Harz (Pröhle No. 17)geht Thorr als Schmied mit seinem gewaltigen Hammer zudem Höllenthor, das auf einen Schlag zusammenfällt. Dannspielt er (ein bildlicher Ausdruck für Kampf) mit vier Teufeln,und einer nach dem anderen, so wie er verloren hat, wird, derVerabredung gemäss, mit dem Hammer erschlagen. Hieraufzerstört er die ganze Hölle.

Abgeschwächt wird die Sage, wenn der Eindringling keinefeindliche Gesinnung zeigt, sondern nur die menschliche Ge-meinheit mitbringt. So ist sie zu einem blossen Scherz ge-worden in einem schwäbischen Märchen, das Meyer (No. 18)mittheilt. Ein ganzer Gemeinderath war in den Himmel ein-gelassen worden; nun kommt der Büttel und verlangt gleichfallsZutritt. Petrus verweigert ihn, wenn er nicht zuvor den Ge-meinderath herauszubringen wisse. Das Himmelsthor wird ihmnur so weit geöffnet, dass er mit einem Auge hineinsehen