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4 (1887)
Seite
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344 DIE IIIJIMELSSTÜRMER.

kann: da ruft er: »traussen gibts ein Weinkauf«, worauf derganze Gemeinderath blitzschnell hinausläuft, um nach Herzens-lust zu trinken. Noch humoristischer und anmuthiger ist dieDarstellung in dem Märchen vom Meister Pfriem (HausmärchenNo. 178)*), in dem auch alte und schöne Züge vorkommen. Erbetritt nur im Traum den Himmel, wo er anfangs seine ab-günstige Gesinnung verbirgt; doch bezähmt er sich nicht lange,bricht los und setzt alles herab, was er im Himmel sieht, woraufer hinausgeschoben wird. Ich kann eine mindestens drei-hundert Jahre ältere Auffassung nachweisen. Im sechzehntenJahrhundert dichtete Martin Heineccius ein lateinisches Lust-spiel, das er hernach ins Deutsche übersetzte. Es erschienunter dem Titel Hans Pfriem oder Meister Kecks ohne Angabedes Orts, unter der Vorrede steht 1582: es ward zu LeipzigKi03 und zu Magdeburg 1606 wieder abgedruckt, s. GottschedsNöthiger Vorrath zur Geschichte der deutschen dramatischenDichtkunst 1 S. 119. 2 S. 244. In der Vorrede erzählt derVerfasser das Märchen, das seinem Gedicht zu Grund liegt,und bemerkt am Schluss, dass D. Luther es gekannt und Wohl-5 gefallen daran gehabt habe, wie man aus seinen Predigten überdas 15. Capitel des ersten Briefs an die Corinther sehen könne.Ich will bei dem Auszug die Worte des Heineccius so viel alsmöo-lich beibehalten. Es war vor Zeiten ein Fuhrmann, HansPfriem genannt, ein seltsam wunderlicher alter Kunde, derseines Kopfs war, meinte, jedermann müsste sich nach ihmrichten, er aber nach niemand. Nun weil der Hans Pfriem sogar unverträglich und unruhig, ja so gar überklug war, bedurfteman seiner im Paradies nicht, und ward verboten, wenn er stürbe,ihn einzulassen. Er stirbt aber und flickt sich nein, wie erkann, ehe mans innen wird. Da man ihn heraustreiben will,gibt er gute Worte, saget zu, er wolle fromm sein; man lässtes geschehen. Bald aber im Nu, da er allerlei sieht, wie manhandelt im Paradies, da es alles auf besonder himmlische Weisezugeht, dessen er nichts verstehen noch in seinen Kopf bringen

*) [Wilhelm Grimm hatte es zuerst im Berliner Taschenbuch vonH. Kletke, Alexander Duncker, Eduard Hänel, Berlin 1843, S. 168173mitgetheilt.]