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4 (1887)
Seite
312
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.312 ZUR GESCHICHTE DES REIMS.

mit melwe jouh mit wine.daz kouften si zi fiure:da ist (daz) wito tiure.

Unvollkommener im Reim, mehr überfüllt mit langen Zeilenund weniger gelenk im Versmass ist das Gedicht von derSchöpfung (Diemer S. 93), das ich daher auch weiter zurück-schiebe, wogegen das alte Anegenge (die vier Evangelien beiDiemer S. 319) jener Weltbeschreibung ziemlich nahe kommtund die Bekehrung des heiligen Paulus (Haupts Zeitschrift 3,S. 510) schon einige Schritte weiter zur Regelmässigkeit gethanhat. Übrigens würde manche Zeile der hier berührten Gedichtedurch kritische Behandlung des Textes wahrscheinlich einebessere Gestalt gewinnen. Ich kann .also nicht wie Wacker-nagel darin baare Reimprosa erblicken. Entschiedene Fort-bildung im Reim wie im Versmass zeigen die Bücher Mosisschon in dem ältesten Theil bei Diemer. Da wir zunächst nurden Reim zu betrachten haben, so ist hier nicht der Ort, dieweitere Entwickelung des Metrischen zu verfolgen: ich will nuranmerken, dass das Gedicht von dem Grafen Rudolf, das indie siebziger Jahre des zwölften Jahrhunderts fällt, der voll-kommenen Ausbildung des Reimpaars sehr nahe steht, die einanderes, von den Martern der heiligen Margareta, das derReime wegen doch vor Veldeke zu setzen ist, schon erreichtzu haben scheint. Das einfache Reimpaar hat lange gedauert;694 erst hundert Jahre später verlor diese Form in der Regelmässig-174 keit Konrads von Würzburg ihren eigentlichen Gehalt und giengendlich in die rohen Knittelverse über.

Möglich, dass in lateinischen Gedichten das einfache Reim-paar ist angewendet worden, nur bedürfen die Beispiele, dieMeril (S. 187189 Anm.) beibringt, genauerer Untersuchung.Zu erwähnen sind hier die mit Endreimen regelmässig gebun-denen Sprichwörter Wippos (oben S. 669 [= S. 285]) und dieHexameter oder Distichen, von welchen (oben S. 676 [= S. 292])bei dem Luparius die Rede war und die bereits im elften Jahr-hundert sich zeigen. Diez (Altromanische Denkmäler S. 109)rechnet hierher die Erzählung von den Wundern des heiligenNicolaus (Meril S. 185189), wovon die Handschrift in das