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4 (1887)
Seite
303
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ZUR GESCHICHTE DES REIMS. 303

wenige einsilbige Reime. Ihre Neigung zum Gebrauch desReims zeigen (wenn sie ihr zugehören) zwei Gedichte (S. 160.161 bei Engelhardt), in welchem der innere, der doppelte, derüberschlagende und der Endreim neben einander angewendetsind, wie es sich gerade fügte, z. B.

mundus abit sine munditia nee sorde carebit,illius in amicitia qui corde manebit.euneta ruunt velut unda fluunt, nihil est sine naevo:quid variabile, quid nece labile coepit ab aevo:

auch der dreifache,

tu male trux, es ad inferna dux, ubi nulla viget lux:lutea fex, certissima nex, est quod tua dat lex.

Durchgedrungen ist der zweisilbige in den Hymnen eines Un-bekannten (Fabricius S. 810815), deren Zeit danach wird zubestimmen sein, ebenso in den vierzeiligen Strophen der Car-olina Burana (No. 106. 168. 169. 175. 178), des Gedichts von 686dem jüngsten Gericht (Haupts Zeitschrift 3, S. 523) und der 166von Th. Wright (London 1844) herausgegebenen Mysterien undGedichte, sodann, was wegen ihrer bedeutenden Zahl am ent-scheidendsten ist, bei dem Archipoeta, der in einem Lied ziem-lich oft auch dreisilbige zulässt, wie potentialiter : naturaliter :spiritualiter : qualiter I 7. somnia : omnia : latentia : sapientia I 11.temeritas : veritas I 12. moritur : oritur I 15. copia : inopia. no-bilia : similia I 40. Drei dreisilbige und ein zweisilbiger, fruenti-bus: bibentibus: deficientibus: sumptibus I 45. Noch weiter gehtFloram deprehendit: Flora reprehendit S. 79. Häufiger als beiFrüheren wird bei ihm derselbe Eeim in der folgenden Zeilefortgeführt, so dass er als achtmalige Wiederholung erscheint,dahin I 35 und 36. 38 und 39. VI. 2. IX 3 und 4. 5 und 6.7 und 8. X 3. 4. S. 83, 34. 35. Den rührenden habe ich nureinmal bemerkt, patitur: compatitur. pungitur:compungitur I 22.Auf die letzte Spitze getrieben ist die Regelmässigkeit in dennahe aus 400 Strophen bestehenden Gedichten des Gilbertus(herausgegeben von L. Tross. Hamm 1849), der in die zweiteHälfte des zwölften Jahrhunderts fällt, ferner in der Klage überden Tod des heiligen Thomas von Canterbury im Jahr 1178und in dem Lied auf den dritten Kreuzzug im Jahr 1189 (alle