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4 (1887)
Seite
123
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NOCHMALS ÜBER FREIDANK. 123

man sol die räche midendiu schaden üf den rücke ladet:swer also richet daz er schadetim selben, der ist wise niht 18955.Ich will noch eine andere Stelle nachweisen:er sprach »erst tumbe, sammir got,der mit schaden richetdaz man im gesprichet« Reinhart Fuchs 162.

Ein verwandter Spruch bei Burkart Waldis:wenn du dein eigen willen erstochen,so hast du dich an der weit gerochen Äsop 217 a .

Für die derbe volksmässige Auffassung hatte der geistlose Ver- 242fasser des Flickwerks keinen Sinn, er änderte mit ungeschickterSentimentalität

und der sin leit so richetdaz erz da nach beweinet,den muoz riuwen daz ers ie gewuoc. 5, 3, 6.Billig hätte er sagen müssen worin die Rache bestand, die ihmThränen auspresste.

Als eine besondere metrische Ausbildung muss man esbetrachten dass Freidank in der Zeile nur eine Senkung aus-lässt. Die Regel würde fest stehen, wenn sich auch zwei oderdrei Ausnahmen fänden. Aber auch diese fallen der fehlerhaftenÜberlieferung zur Last und werden in der neuen Ausgabe sichnicht mehr zeigen. Es versteht sich von selbst, dass dieseRegel nicht auf die wenigen Sprüche Anwendung findet, inwelchen sich der Dichter der alten Freiheit bedient, die Sen-kungen ganz wegzulassen.

Noch einer anderen Bemerkung von mir muss ich Erwäh-nung thun. Ich habe gesagt (Über Freidank S. 39.40 [oben S.45])»von dem« (in der ersten Ausgabe noch herrschenden) »Vor-urtheil, dass man bei Freidank eine strenge Beachtung der me-trischen Gesetze nicht suchen dürfe, bin ich zurückgekommen.Ich glaube vielmehr dass er den besten Dichtern in dieser Be-ziehung nicht nachsteht und hoffe dass eine neue Bearbeitungdes Textes davon überzeugen wird.« Ferner (Zweiter Nach-trag S.17.18 [oben S. 114) »in der neuen Ausgabe wird sich zeigen,mit welcher Sorgfalt Freidank die feineren metrischen Gesetze