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4 (1887)
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98 ÜBER FREIDANK. ZWEITER NACHTRAG.

ÜBER FREIDANK. ZWEITER NACHTRAG.

Göttingen, bei Dieterich 1855. 19 Seiten 4.3 U ber meine Ansicht von dem Verhältnis Walthers zu Frei-

dank habe ich von denen, die eine Stimme dabei abgeben konnten,selten eine Äusserung, noch seltener ein Urtheil vernommen.Gervinus war der einzige, der in der ersten Ausgabe seiner Ge-schichte der deutschen Dichtung sich offen dagegen erklärte,und ich weiss nicht wie man sagen kann, »es sei von allen SeitenWiderspruch laut geworden«. Jacob Grimm soll sich »mit allerEntschiedenheit dagegen ausgesprochen haben«, er hat nur, dassind seine Worte, »zwei wo nicht entschiedene, doch schwerabzuweisende Gründe« dagegen vorgebracht: ich habe ausgeführt,warum ich sie nicht kann gelten lassen, und dabei ist es ge-blieben*). Lachmann stimmte mir nicht bei, aber meine letzteSchrift hat er nicht mehr lesen können, und die Äusserungenin seiner Ausgabe von Walthers Gedichten sind so zweifelhaftgestellt, dass man daraus allein auf eine Verwerfung nicht schliessenkann. Neuerdings ist W. Wackernagel ohne Rückhalt mir bei-getreten, und diese Beistimmung eines scharfsinnigen und un-abhängigen Forschers ist mir von doppeltem Werth. Simrockhat in der neusten Ausgabe seiner Übersetzung von Walthermeiner Ansicht sich geneigt gezeigt und in einem Hauptpunktmir beigestimmt. Die übrigen sind einer Beantwortung der Frage

*) Ich habe mich dagegen ausgesprochen: 1) Akad. Berichte 1843, p. 123.

2) in meiner gedruckten Abhandlung [Gedichte des Mittelalters auf König Frie-drich I den Staufer und aus seiner sowie der nächstfolgenden Zeit] p. 10. 11.[Abhandlungen 1843. S. 150151, einzeln Berlin 1844 = Kl. Sehr. III, S. 89].

3) ebendaselbst p. 113.114 [253254 = Kl. Sehr. III, 100101], wo Gründe vor-gebracht sind, die noch unwiderlegt sind. Hierauf passen die Worte »unddabei ist es geblieben« viel besser. [Jacob Grimm auf einem Zettel.]