ÜBER FREIDANK. 59
wären driu : wären diu F. 19, 25. dunke reht : dunke siehtF. 50, 25. Mit nicht völligem Gleichlaut behuote sich: behüetemich W. 113, 24. Es stehen auch zwei Wörter voran, sol manvähen: sol man hähen F. 47, 18. ze rehte hän : ze rehte stänF. 50, 16. der ist frö : der ist so W. 110, 28. alle frowen var:alle frowen gar W. 49, 7.
Alle Dichter von Otfried an gestatten die Wiederholung des-selben Reims in zwei unmittelbar aneinanderstossenden Reim-paaren, Veldeke scheint zuerst darüber hinausgegangen zu seinund lässt einige Male denselben Reim zehn- und zwölfmalwiederkehren. Auch Freidank liebt solche Anhäufungen, dienur in der zweiten Ordnung der Handschriften durch andereStellung der Sprüche zum Theil verschwunden sind. So lässter z. B. achtmal tugent und jugent (52, 18 — 25) aufeinanderreimen, zweiundzwanzigmal uot (106, 18 —107, 15), sechsmal(138, 3—8) unt und (80, 6—11) an an. Bei Walther dieselbeNeigung; es genügt hier die Hinweisung auf fünf siebenzeiligeStrophen (S. 75. 77), wovon jede einen der langen Vocale zumAuslaut hat.
XII.
Hier mögen noch weitere Erläuterungen zu den einzelnenSprüchen Freidanks eine Stelle finden.
1,1. In Konrads Klage der Kunst 9,4. 23,4 erscheintFrau Bescheidenheit in wünneclicher waste und spricht das Ur-theil. 1, 10. büwen üf den regenbogen auch in Türleins 380
Wilhelm 107 b und bei Johannes von Würzburg im Wilhelm 52von Ostreich Bl. 43 b . 52 a . Liegnitzer Handschr. Vgl. DeutscheMythologie S. 695. 2, 27. Renner 16197 swer giht nü daz dermensch niht tobe, der gotes geschepfde wolde swachen undselbe einen noch niht künde machen. 3, 9—14. Welscher
Gast Pfalz. Handschr. S. 74" got siht den muot baz dan dazder man getuot. si daz ein man tuot rehte wol, sin getät dochheizen sol übel ode guot dar nach und ime stät sin muot.3, 18. Den Genitiv bei wan hat Lachmann bei Nibel. S. 245erörtert. 3, 27. 181, 20. Vgl. D. Mythol. S. 290. 4,17. WieFreidank verwendet auch Walther drizec 19, 21. 25, 32. 27, 7.