ÜBER FREIDANK. 57
nasch : verlasch und 439, 10 harnasch : pfasch, der Dichter desEraclius 4726 harnas : Kosdroas und 4683 harnas : was wie Ul-rich von Zazichofen im Lanz. 1366. 6493, der auch 3697 wunste:brunste zulässt, Thomasin im Welschen Gast Bl. 142 a . 143 bkunst: wunst; ein Beispiel aus dem zwölften Jahrhundert imjüngeren Anegenge 20, 5 was : dras (drasch).
Freidank bedient sich zwar des rührenden Reims, doch nurmit wirt (Subst.) : wirt (Verbum), aber zweimal 87, 10. 156, 20;auch bei Walther nur ein Beispiel, das auf einer Verbesserungberuht, taste (Verbum): taste (Subst.) 30, 10. Ein Lied 122,24—123, worin dieser Reim öfter vorkommt, halte ich für un-echt; ich werde mich darüber an einem anderen Ort ausführlichäussern. Aus der Abneigung gegen den rührenden Reim er-klärt sich wohl der auffallende Umstand, dass beide Dichterdie Zusammensetzungen mit lieh liehe liehen dafür nicht ver- 378wenden, was ausser ihnen, wie es scheint, nur noch Gottfried 50thut. Eine Ausnahme wäre gelich : wunderlich 126, 7, aber derSpruch ist sicher unecht und noch dazu der Text verderbt.
Den Schlagreim gebraucht Freidank in den beiden Zei-len eines Spruches, singen springen sol diu jugent: diealten walten alter tugent 52, 6. 7, auch ist in dem 48. CapitelS. 165—169 in dem Anfang der Zeilen liegen: triegen durch-geführt. Er findet sich angehäuft in einer Strophe unter Wal-thers Liedern 47, 16, ich bin nur zweifelhaft, ob diese Strophevon ihm herrührt, und werde dies anderwärts näher erörtern.Es ist nicht unwahrscheinlich, dass Walther und Freidank denSchlagreim in dieser Weise zuerst gebraucht haben. Ich merkehier noch an, dass er späterhin nur in strophischen Gedichtenvorkommt und Freidank der Einzige ist, der ihn bei dem kurzenReimpaar anwendet.
Eine Eigenthümlichkeit Freidanks ist der Mittelreim, woin der kurzen Zeile ein Wort mit dem Endreim zusammenklingt,ohne an ihn zu stossen, z. B. diu Krist gebär an argen list 7, 14.est lützel nämen äne schämen 53, 13: auch bei Walther dogotes sun hien erde gie 11, 18. Ich habe diesen Mittelreimnoch bei ein Paar späteren Dichtern des dreizehnten Jahrhun-derts bemerkt, doch auch in dem Gedicht von dem Himmel-