36 ÜBER FREIDANK. '
Text verdient Berücksichtigung, da er einige gute Lesarten(vgl. die Anmerkung zu 72, 12) bewahrt oder bestätigt. Diesonsther nicht bekannten Sprüche lasse ich hier folgen.
Göttw. Hs. 3 b alter Dr. 5" gedenken (gedanke Göttw.) hceren nnde sehen
diu wellent (Dy wysen Göttw.) nieman (nym-
mer a. Dr.) statte jehen.in Einem muote meinen macgeleben einen ganzen tac.Diese vier Zeilen sind vorhin auch aus der Karlsruher Hand-schrift mitgetheilt, der alte Druck hat nur die beiden ersten.
Göttw. 6 a ünkiuschiu wort die maehent
daz boese (1. guote) site [mit] swachent.10" des wisen mannes sorgen
Schaft im gemach vor borgen.10 b swer den wiben übel spricht,
der ist an ir minne enwiht.14 a swie dem menschen geschult (1. liep geschürt),
ez gloubt doch einr dem andern niht.15 a ezn wart nie müeje also gröz,
[im] der [do] wirt boeses wibes gnoz.Alter Dr. l a »Wer wiechen wyl dem czukunftigen czoren
Der volge nach cristo vnd seynem orden.«
Offenbar ganz verderbt, lateinisch Cedere venture quisquis vultiudices ire Debet post Cristum filiatis passibus ire.
5 a »Es wart nye so stet kein menschen mudDer zu aller stundt rutht.«
Die erste Zeile ist unmetrisch, der Reim unzulässig. Die la-teinische Übersetzung lautet: »Non est cuiusque mens subditasit requiei Ut non mutetur spacio quocunque diei«. Ich glaube,es ist nichts als eine Entstellung des oben mitgetheilten Spruchsder Karlsruher Handschrift Z. 157. 158.
19 h niumsere grözen schaden tuot,si velschet manegen stseten muot.360 24 b der richtuom ist für niht gar,
32 des man niht gebrochen tar.
25 l> Swer sich ze sünden (1. Swer ze Sünden si) bereit,däst diu' groeste unsjclekeit.
Lateinisch: Hie ad peccandum qui cernitur esse paratus Posterit infelix mnltoque dolore grauatus.