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4 (1887)
Seite
35
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ÜBER FREIDANK. 35

(a) alter wibe minne (b) iunger liute sinne

und iunger liute sinne und alter liute minne

und kleiner rosse loufe.n und kleiner pferde loufen

sol nieman tiure koufen. sol nieman tiure koufen.

In die Sammlung der Clara Hätzlerin sind auch einzelneStücke aus der Bescheidenheit, etwa 400 Zeilen, eingerückt, wiees scheint, nach der zweiten Ordnung. Darin finde ich (S. 294 b )zwei noch unbekannte Sprüche

ez sint morgen alle liutedem tode näher [vil] danne hiute.der tot die liute von uns stiltrehte als der schächzabels spilt.Mones Anzeiger 1839 S. 20 spricht von einer zu Wien inPrivathänden befindlichen Papierhandschrift vom Jahr 1501,die ein Bruchstück von 74 Versen aus dem Freidank enthält.Nur die beiden Anfangszeilen werden mitgetheilt, aber dieseliefern einen Spruch, der sonst nicht vorkommt,vil schiere hat verlorn ein mandaz er in langer zit gevvan.

Von dem lateinisch - deutschen Freidank hat Eschenburg(Denkmäler S. 111—118) Nachricht gegeben: ich kenne ihn ausdem sehr seltenen, wahrscheinlich noch in das 15. Jahrhundertgehörigen Druck, der sich in der Meusebachischen Bibliothekbefindet, sodann ans einer Göttweiger Papierhandschrift in kleinFolio, deren Mittheilung ich der zukommenden Güte des HrnDiemer verdanke, wo dieser Text verschiedenartigen lateinischenStücken beigebunden ist. Der Druck enthält etwa 1080, dieHandschrift gegen 900 deutsche Zeilen: sie stimmen wenig mit -einander und gewähren nur zum Theil dieselben Sprüche; wahr-scheinlich liefern sie Auszüge aus einer vollständigeren Über-setzung. Auch die Strassburger Handschrift, von der Eschen-burg S. 112 und Graff in der Diutisca 1, S. 324 sprechen,scheint, zumal sie nicht mehr als 372 deutsche Zeilen enthält,gleicher Art zu sein. Die lateinische Übersetzung, die den 359deutschen Text nicht ändern will, aber oft sehr verderbt vor- ' S1bringt, ist wohl im 14. Jahrhundert entstanden: die StrassburgerPergamenthandschrift fällt in das Jahr 1385. Der deutsche