28 ÜBER FREIDANK.
wer sol daii die weit liep bau,ob du ez rehte wilt verstän?
BERNHARDUS
2 »Das ist ein heilig veyertag
Als man von sunden geveyern magDie tugent über alle tugent gel.Der einen, bösen willen widerstet.«
FREYDANKCH
3 »Wer reht sucht und beschaidenheit
Der selbig ist wol der der tugent ein krön trait(der selb wol der tugent ein chron trait, Diemer)So han ich nicht pesseres gesechenDenn wol tun und froleich wesen.«
BERNHARDUS
4 »Der nicht erhört die stymme des armenUnd lat sich ir presten nicht erparmenDen wil auch got erhören nicht
Wenn er kumt in sein gross verdriess« (1. geriht).
FREYDANKCH
5 »Vil gegerd und nicht gevangenVil gehört und nicht verstandenVil gesait und nicht gemerkchtDas sind alles verloren werich.«
Bei Diemer fehlt der zweite Spruch, dagegen hat diese Hand-schrift zwei mehr,
FREYDANK
6 »Ich hab gut das ist meinAch got wes mag es sein
Ez enstet nicht mer in meine gepotdan ich vertzer vud gib durch got.«
352 Und unter einer falschen Überschrift,
94-
HELYAS
7 »Wer diese churcze zeit
für die ebig fraude nympt (1. git)
der hat sich selber betrogn
vnd czimert auff den regen pogen.«
In der Wolfenbüttler Handschrift 33, wo dem älteren Freidanknoch sehr verschiedenartige Dinge beigebunden sind, in densogar, wie wir unten sehen werden, wahrscheinlich ein Spruch