ÜBER FREIDANK. 29
von Bernhart eingerückt ist, steht in der letzten, besonderspaginierten Abtheilung unter mancherlei kleinen Gedichten ganzvereinzelt S. 65" auch der sechste Spruch in besserer Fassung,
FREYDANCK
»Hort ich hab gut das ist nit meinach lieber göt wes mags dan seines stet nit mer zu meim gepotDan ich verzer und gib durch got.«
Diese Sprüche sind aus Bernharts Überarbeitung genommen,das zeigen die Veränderungen, Zusätze und die schlechtenKeime, nur der siebente, der ihm auch nicht zugeschriebenwird, mag aus dem echten Freidank I, 7—10 stammen, esmüsste ihn denn Bernhart unberührt gelassen haben, was erwohl mitunter that. Der Sammler hat beide Namen getrennt,man kann nicht wissen aus welchem Grund, aber mit richtigemGefühl. Den ersten und fünften Spruch scheint Bernhart zu-gesetzt zu haben, der zweite entspricht Freid. 56, 24 und 54, 3,der dritte dem Eingang der Bescheidenheit, der vierte steht40, 15. Der sechste ist doch nicht zu finden, aber er ist desechten Textes nicht unwerth und könnte zu den verlorenen ge-hören, vielleicht lautete er:
ich hän guot daz ist niht min.herre got, wes mac ez sin?ez stät niht mer ze mime gebotdan ich verzer und gibe durch got.
In einer Strassburger Handschrift vom Jahr 1385 sindgleicherweise einzelne Sprichwörter in Reimen und Prosa ge-sammelt, die Graff in der Diutisca 1, S. 326—328 bekannt ge-macht hat: einiges ist aus Freidank entlehnt, der dabei nichtgenannt wird. Eine Stelle, die Graff ihrer Anstössigkeit wegenübergangen, Professor Massmann mir aber mitgetheilt hat, darfich hier nicht zurückhalten, »Alter der tivfel mus din walten 353aim pfärit nimest sinen zug Ainem falken sinen flug einem hunt 25sin geserti (1. geverte) vnd einem zagel sini herti (hier scheinteine Zeile zu fehlen) Ainem menschen sine hiz ainem manmachest den zagel blaw Vnd dz hopt graw vnd die hoden lang