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4 (1887)
Seite
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26 ÜBER FREIDANK.

die kan er wol nützen,

und rent ir üf die spriitzen.«

(d) VII^ 1 »aller wisheit anevanc

ist vorhte sunder wanc«sprach der wise Salomon.

(e) VIII, 488 ez sprach her Bernhart Fridanc

»hochvertigiu armuotdaz ist richeit äne guot:

(f) armiu hochvart niht mer hatwan hohe gedanke, an eren spot.«

Gegenüber stelle ich die Sprüche, wie sie in der echten Be-scheidenheit lauten:

(a) 82, 10 bi rede erkennich toren,

den esel bi den oren.

(b) 104, 20 man sihet manege schoene,

diu doch ist vil hoene.

(d) 1, 5 gote dienen ane wanc,

deist aller wisheit anevanc.

(e) 43, 20 swä ist froelich armuot,

da ist richeit ane guot.

(f) 29, C armiu hochvart deist ein spot:

riche demuot minnet got.

Man sieht, jeder dieser Sprüche hat starke Änderungen er-350 litten den Worten wie dem Sinn nach, zugleich ist der uner-22 trägliche Reim ä: o zugelassen; denn dass spot nicht als falscheLesart gebessert werden muss, zeigt der echte Text, der dasWort hier ebenfalls gebraucht und keine Änderung zulässt.Eine Stelle (c) kommt gar nicht in der Bescheidenheit vorund darf nicht als eine verlorne betrachtet werden, da sieFreidanks Geist widerstrebt, über dessen Lippen die gemeineZote der Schlusszeile (vgl. Bernd die deutsche Sprache in PosenS. 291) unmöglich kann gekommen sein; die Kürzung lat fürlade, die auf hat reimen muss und für Freidank unmöglich ist,brauche ich nicht einmal in Anschlag zu bringen. Haupt (vonihm rühren die Worte in der Zeitschrift 4, S. 264) hat dieselbeAnsicht geäussert, »Bernhart Freidank scheint mir ein Zeit-genosse und landsmann Seifrieds zu sein, wie schon der reim