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4 (1887)
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17
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ÜBER FREIDANK. 17

stellet lautet in der Bescheidenheit besser, 64, 4 swer den manerkennen welle, der werde sin geselle. Ob die Dichter derfolgenden Zeit, wenn sie ähnliche Sprichwörter gebrauchen, ausFreidank geborgt haben oder nicht, kann uns hier gleichgültigsein; sie sind im zwölften Abschnitt der Einleitung nachzusehen.Dort (S. xxxix xl) sind auch diejenigen nachgewiesen, dieihn als ihre Quelle ausdrücklich nennen, oder bei welchen manihn mit Sicherheit voraussetzen kann. Rudolf von Ems ist dererste unter diesen. Er starb, ehe sein letztes Werk, die Welt-chronik, vollendet war, zwischen 12501254. Wilhelm vonOrlens ist vor 1241, Alexander nachher gedichtet: jenem vorangiengen Barlaam und der gute Gerhard. In dem letztgenanntenWerk benutzt er Freidank ohne ihn zu nennen, auch nichtohne einiges zu ändern, 37. 38 die wisen jehent »swer sich lobesunder volge daz er tobe«: Freid. 60, 23 merket, swer sichselben lobet ane volge, daz er tobet. Gerh. 152158 des namer ein Urkunde dort an der schrift der warheit, diu von demalmuosen seit, swer ez mit guotem muote git, daz ez leschet ;'A1zaller zit die sünde alsam daz wazzer tuot daz fiur: Freid. u39, 6 wazzer lescht fiur unde gluot, almuosen rehte dez selbetuot: daz leschet sünde zaller zit, da manz mit guotem willengit. Dies ist ein biblischer Spruch und seine Quelle derEcclesiasticus 3, 33 ignem ardentem extinguit aqua et eleemosynaresistit peccatis; der Zusatz swer ez mit guotem willen git undzaller zit, den beide haben, beweist die Abhängigkeit der Auf-fassung. Gerh. 6670 der hoehsten tugent werdekeit diu allertilgende kröne treit (Willi, von Orlens im Eingang bescheidenheitdiu aller tilgende kröne treit) wie Freid. 1, 2. Gerh. 6741 datüsent jar sint ein tac: Freid. 4, 7 ein tac si da tüsent jär.Endlich kommt auch im Gerh. 3213 das adjectivische unwiplichevor, was ich zur Einleitung S. CXXVI nachtrage. Könnten wirnur mit Sicherheit die Zeit bestimmen, in welcher Gerhard ent-stand: ist die Bescheidenheit älter, als der geschichtliche Ab-schnitt von Akers, so wird auch die Jugendarbeit Rudolfs ineine frühere Zeit fallen. Lebte Freidank damals noch, weil ihnRudolf noch nicht nennt, und nennt dieser ihn erst rühmendim Wilhelm und Alexander, weil er nicht mehr lebte? Hier ist

W. GRIMM, KL. SCHRIFTEN. IV. 2