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4 (1887)
Seite
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ÜBER FREIDANK. . 9

berihtet als diu maere

wie der edel Stoufaere,

der keiser Friderich verdarp

und lebende liohez lop erwarb.

od der, wie ich in der vierten Zeile lese, ist kaum eine Ände-rung, aber Absalöne kann nicht richtig sein, da ein Ortsnamefolgen muss. Zu den bisherigen Vorschlägen, die den schwie-rigen Namen ändern und mit grösserer Kühnheit eine Lückevoraussetzen und einige Zeilen einschieben oder eine Anspielungauf unbekannte Ereignisse darin erblicken, will ich einen neuenfügen, der nicht kecker ist als der massigste von jenen. Ich lesenämlich Aköne oder Akarone, und der Dichter jener beiden Ab-schnitte ist damit gemeint, der füglich so genannt werden konnte,da er in Akers eine Zeitlang lebte und dort das Werk dichtete, 335von dem diese Bruchstücke uns erhalten sind. Akers ist die 7gewöhnliche Form, die im Lanzelet (8847), im Herzog Ernst(5233), bei dem Manier (MS. 2, 174 b ), Enenkel (S. 289), BruderWernher (MS. 2, 164"), Hugo von Trimberg (7505. 15845),Püterich (St. 110) gebraucht wird: Akön finde ich bei Heinrichvon Neustadt (Apollon. 18217. 20617) im Reim auf Ebrön:endlich Acharon bei Odo, dem Verfasser des lateinischen Ernst(5233). Nichts scheint natürlicher als dass der, welcher dieSchicksale Friedrichs bei dem Kreuzzug erzählte, auch Barba-rossas und seines traurigen Untergangs gedachte.

Hier entsteht nämlich die Frage, wen wir als Verfasserder beiden Abschnitte zu betrachten haben. Rudolf von Emsmeint wohl einen anderen als Freidank, weil er sechzehn Dichteranführen will und sonst nur fünfzehn genannt hätte. Das hatweiter kein Gewicht, da der von Akers schon der heftigenÄusserungen wegen, die er sich erlaubt, seinen Namen wirdgeheim gehalten haben und ihn Rudolf auf diese Weise amnatürlichsten bezeichnete; nur so viel ist sicher, dass er ihn alseinen Zeitgenossen Freidanks betrachtete. Beide für eine Per-son zu halten, sind wir durch die Einmischung dieser Ab-schnitte in die Bescheidenheit, weil sie schon frühe stattfand,veranlasst: ein stärkerer Beweis liegt in der Übereinstimmungder Sprache und des dem Dichter geläufigen Ausdrucks, die