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Übersicht des Zustandes der allgemeinen Armenpflege zu Düsseldorf in dem Jahr 1815
Entstehung
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waltung solche Gebrechen eingewurzelt, daß bei dem Versucheeiner allmäligen(vielleicht möglichen) Abhülfe derselben das Wohl der meisten dieser Kinder gleich-sam auf das Spiel hätte gesetzt werden müssen. Mehr bedurfte es nicht, selbstgegen die Betrachtung der schwierigen Auswahl guter Pflegeeltern, für die sofor-tige Aufhebung dieser Erziehungsart zu entscheiden.Glücklicher Weise meldeten sich so viele Einwohner zur Uebernahme dieser Kin-der, daß von den Pflegevorstehern in jedem Bezirke die Bewährtesten, in Hinsichtauf häusliche Zucht und Ehrbarkeit, ausgewählt werden konnten. Die Rechte undPflichten der Pflegeeltern wurden in einem eigenen Vertrage bestimmt, und mitgehöriger Umsicht wurde dafür gesorgt, daß die Kinder mit Liebe behandelt, zumKirchlichen, und zum Schulunterrichte angehalten, die Mädchen zu weiblichen Ar-beiten angeleitet und zu treuen Mägden gebildet, die Knaben aber, sobald sie zueinem ihrer künftigen Bestimmung und ihren Fähigkeiten angemessenen Gewerbeerwachsen sind, bei Handwerkern in die Lehre gegeben, und zu tüchtigen Bürgernerzogen werden.Es versteht sich, daß die Obsorge über das geistige und leibliche Wohl dieserPfleglinge den Religionslehrern, in Verbindung mit den Bezirksvorstehern, nochbesonders anvertraut ist, und daß von allen Vorfällen, welche für das Leben die-ser Kinder von entscheidendem Einflusse sind, der Hauptverwaltung Rechenschaftgegeben wird. Uebrigens erhalten die Pflegeeltern für jedes Kind monatlich dreiRthlr., und eine jährliche Zugabe von sechs Rthlr. für die KleidungsbedürfnisseAuch wurde den Pflegeeltern für jeden wohlgerathenen Zögling, der bis zu seinemgroßjährigen Alter und nach zurückgelegten Lehrjahren erfolgten Standesverände-rung, ſich ſo ordentlich wird betragen haben, daß weder von den Lehrern, nochvon der Dienstherrschaft eine gegründete erhebliche Klage über ihn geführt worden,eine besondere Erkenntlichkeit zugesichert.IV. Schulunterricht.Die seit der Stiftung der Anstalt gegründete Armenschule wird gegenwärtigvon mehr als dreihundert Kindern besucht. Die innere Einrichtung derselbenläßt nichts zu wünschen übrig; nur wird das Bedürfniß eines geräumigern Ge-bäudes mit jedem Tage dringender, und ehestens demselben durch die höhere Be-hörde abgeholfen werden.Für die kleinern Kinder sind im Verlaufe dieses Jahres in verschiedenen Be-zirken eigene Vorbereitungs= oder Wartschulen eingerichtet worden, deren Einfüh-