I. Abschn. Verwaltende Polizey.2907) Kitzelt man die innere Oberfläche des Halses und der Nasemit dem Bart einer Feder, mit Tabaksrauch, BernsteinöhlhaltigemSalmiakgeist, Rosmaringeist u. dergl.; da die Nerven der Schleim,haut der Nase mit den Brustnerven in einer besondern Ueberein-stimmung stehen, so kann sich auch die Reitzung aus jenen in diesefortpflanzen, und das Athmen bestimmen. Wirklich hat man auchErtrunkene, an deren Rettung man bereits verzweifelte, ganz aufeinmahl, und in einem Zeitpuncte, in welchem man sichs amwenigsten versah, einen großen Athemzug machen gesehen; balddarauf fieng der Puls zu schlagen an, und das Blut machte seinengewöhnlichen Kreislauf wieder; man muß daher zu allen möglichenHülfsmitteln seine Zuflucht nehmen, um dieses Einathmen zubewirken.Die Gerüche bringen noch eine andere Wirkung hervor; sievermehren nehmlich die Empfindlichkeit der Nerven, und vielleichtwecken sie auch durch den Eindruck, welchen sie auf das Gehirnmachen, die Thätigkeit desselben.8) Man muß den Ertrunkenen reitzende Klystiere beybringen;mit Vortheil hat man sich des folgenden bedient; Man nehmeein Loth trockne Tabaksblätter, drey Quentchen gemeines Kochsalz,siede sie in ein Maß Wasser bis auf drey Seidel ein, und seihees u. s. w. Wenn von dem Ertrunkenen das erste Klystier nichtabgehen sollte, so könnte man ihm noch ein zweytes geben, zumahlwenn selber schwer zu Sinnen käme.9) Indessen trachtet man bey dem Ertrunkenen ein gutes Feueraufzumachen, leget ihm an die Fußsohlen, auf den Bauch und aufdie Achseln warme, in Leintuch gehüllte Ziegel, und bringt ihn,wenn man kann, in ein mit guten Decken versehenes Bett. DieWärme ist eines der kräftigsten reitzenden Mittel, und man darfnichts verabsäumen, um diese Reitzung zu bewirken. Einige Aerzteriethen auch, den Ertrunkenen mit warmer Asche zu bedecken,andere, ihn in ein lauliches Bad zu setzen; allein obige Mittelsind hinreichend, ihm diese belebende Wärme zu verschaffen.(Die Absicht, den Ertrunkenen zu erwärmen, wird eher undleichter erreicht, wenn man sich entschließt, mit dem Scheintodtensich nackend in dasselbe Bett zu legen, und ihn in seinen Armenerwärmen zu lassen. Der Wärmestrff geht unaufhörlich aus demGesunden in den Ertrunkenen über, und jener hat das Vergnügen,
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