Druckschrift 
Th. 1 (1811)
Entstehung
Seite
278
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I. Abschn. Verwaltende Polizey.278damit den Mund. Nichts ist von so üblen Folgen, als die Un-glücklichen zum Trinken zu zwingen, sie vermögen es nicht.Salva sah eine Frau, bey der man von der Wiedererscheinungder Paroxismen sicher seyn konnte, wenn man ihr nur vom Trin-ken sprach. Diese Fälle sind sehr häufig. Man schwächt das Ner-vensystem, wenn man durch dieses üble Betragen die Anfälle derKrankheit erneuert; man verkürzt die Lebenstage des Kranken,und raubt sich die nöthige Zeit zur Wirkung der Arzneyen. 5)Da die Kranken nichts trinken können, so würde es vielleicht nichtunſchicklich ſeyn, eine Röhre von elaſtiſchem Gummi tief in dieSpeiseröhre zu bringen, um dienliche Getränke dadurch einzusprü-tzen. Aber auch dieses wird nicht immer gelingen. Blochs ver-suchte es, aber er konnte nicht in die Speiseröhre gelangen. 6)Da die Kranken anfänglich noch feste Substanzen verschlucken können,so muß man ihnen auch nur Vegetabilien geben, Bissen oder eineArt von Teig machen, in welchen die dienlichen Mittel gemischtwerden. 7) Klystiere dürfen aus der Behandlung nicht wegbleiben;man giebt sie mit Kampferessig, mit andern krämpfstillenden Mit-teln, dem Mohnsaft, dem Baldrian, der China. 8) Dann mußman nur tröstende Gespräche mit dem Kranken führen, ihn so vielmöglich beruhigen, und wenn er es verträgt, nur angenehme Tönehören lassen, in dieser Hinsicht hat man die Musik empfohlen.9) Das Beißen ist sehr selten; und man kann es leicht verhindern.Sollte der Kranke jemand anspucken, so muß man es sogleich ab-waschen. Der Athem, der Hauch ist nicht ansteckend. Beym Ab-wischen des Schweißes oder Geifers, muß man sich in Acht nehmen,daß er nicht auf die bloße Haut kommt, geschieht dieses, so mußdiese gleich rein gewaschen werden. Man muß beständig Handschuhetragen und nichts an den Mund bringen, was der Kranke darangebracht hat, z. B. Löffel, Schüsseln, Schnupftücher u. s. w. 10)Der Wundarzt muß auf der Stelle alles, was er von der Wundeabnimmt, ins Feuer werfen, damit kein Mensch oder Thier inGefahr der Ansteckung gerathe. Wenn man dieses Verfahren befolgt,so ist der Ausgang dreyfach. 1. Entweder sterben die Kranken, unddieses ist der öfterste Fall. 2. Oder die Krankheit verlängert sich,und nimmt einen regelmäßigen oder unregelmäßigen periodischenCharakter an. 3. Sehr selten werden die Kranken, aller unsererBemühungen ungeachtet, vollkommen hergestellt..