Druckschrift 
Th. 1 (1811)
Entstehung
Seite
277
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III. Cap. §. XXXVII. Maßregeln gegen körperliche Verletzungen. 277man trocken, oder noch besser, man füllt die Wunde mit in Eßiggetauchter Charpie aus. 3) Vier oder fünf Stunden nachhernimmt man die Charpie weg, und brennt oder ätzt die Wunde mitSpießglanzbutter. 4) Nach angewandtem Aetzmittel legt manein Blasenpflaster über den Theil: nimmt man dieses weg,so öffnet man die Blasen, und verbindet mit Unguento ma-tris oder einer andern eytermachenden Salbe; ich würde ein Lini-ment vorziehen, das aus zwey Theilen Olivenöhl, und einem Theilguten Essigs bestände; so wartet man das Abfallen der Borke ab,das nach einigen Tagen erfolgt. 5. Ist diese abgefallen, so legtman eine oder mehrere Erbsen oder Kügelchen von der Enzianwurzeloder der Wurzel der Schwerdlilie von einer gehörigen Form undGröße in die Wunde, um die Eyterung derselben, wie bey einerFontanelle zu unterhalten. Ist die Wunde sehr weit, sind Stückedavon abgerissen, so füllt man sie mit Wieken aus, die mit einereytermachenden Salbe bestrichen sind. So wie das junge Fleischsich zeigt, ätzt man es wieder mit der Spießglanzbutter, oder demHöllenstein oder dem rothen Quecksilberniederschlag weg, und läßtdie Wunde sich erst nach vierzig Tagen vernarben. Die örtlicheBehandlung ist wesentlich, und darf nie übergangen werden.Es ist nicht hinlänglich, nur Mittel zu verordnen, man mußauch dafür sorgen, daß die äußern Umstände die Wirkung derMittel begünstigen. 1) Der Kranke muß in das geräumigste Zim-mer gelegt, die Luft muß in selbigem oft erneuert werden, dochdarf der Kranke, der ihm unerträglichen Stromluft nicht bloßgestellt werden. 2) Dann lege man ihn in ein Bett, in welchemer sich nicht durch Anstoßen während der Anfälle verletzen kann.Wenn er wüthet, so muß er fest gebunden werden. Dieß ist einäußerst wichtiger Punkt. Gaterau erzählt die Geschichte einessolchen Kranken, der heftige Anfälle von Wuth bekam, wo er ein-mahl den Wärtern ins freye Feld davon lief, und ein anderesmahlin eine Tonne kaltes Wasser sprang, wo er vier Stunden langblieb, ohne daß jemand sich erkühnte, sich ihm zu nähern. Balddarauf starb er. Das Zimmer muß dunkel gehalten werden. 3)Dem Kranken ist der zähe Schleim, womit der Mund angefüllt ist,sehr lästig. Der Mund muß also oft gereinigt werden. Um diesesohne Gefahr thun zu können, nimmt man einen Pinsel von ge-zupfter Leinwand, feuchtet ihn etwas mit Essig an, und reinigt