1. Abschn. Verwaltende Polizey.276der Mund voll dicken Speichels; zuweilen erbricht sich der Kranke;während der Anfälle schreyen die Unglücklichen, oder geben traurigeTöne von sich; der Zustand des Pulses ist sehr veränderlich; dieSatyriasis (unersättliche Geilheit) kommt hinzu; die meisten Aus-leerungen sind unterdrückt; einige Kranken haben eine Begierdezu beißen, andere sind sehr rasend; während der Anfälle scheinendie Verstandeskräfte zuweilen weit heller; endlich kommt die Gefahrder Erstickung hinzu, und nachdem sie einige bald schwächere, baldstärkere Anfälle erlitten und von heftigeren oder gelinderen Zuckun-gen befallen werden, sterben diese Unglücklichen in einer gänzlichenErschöpfung, in einem schlagflüßigen Zustande, oder in einem Anfallvon Zuckungen, bald nachdem sie diese wahrhaft schreckliche Scenebegonnen. — Diese letzte Periode dauert gewöhnlich nur zwey,drey Tage. Selten hält sie bis zum fünften, sechsten Tage anund es ist ein außerordentlicher Fall, wenn der Tod erst am sie-benten Tage erfolgt.Dr. Rougemont redet nun umständlich in dem angeführtenWerke über die verschiedenen Behandlungsarten der Wuth,und erklärt sich am Ende für folgende Methode:„Sollte aus irgend einer Ursache, sagt er, das Ausschneidendes gebissenen Theils nicht Statt haben, so muß man: 1) dieWunde mit Wasser und Essig, mit Salzwasser, mit Urin, miteiner Auflösung von Seife wohl waschen und reinigen. Eben somüssen die benachbarten Theile, auf welche der Geifer gekommenseyn kann, gereinigt werden. 2) Dann untersucht man aufmerksamdie Tiefe der Wunde. Sind nur einfache Stiche da, so müssendiese, um ihre Tiefe zu erkennen, sondirt werden, dann machtman zwey länglichte Einschnitte in selbige, damit sie in länglichteWunden verwandelt werden; oder man gibt, wenn der Theil eserlaubt, der Wunde die Gestalt eines Sterus. Man muß vonaußen nach innen einschneiden, und nicht von der Wunde nachder Oberfläche. Zu jedem Einschnitt nimmt man entweder einneues Instrument, oder wäscht das nehmliche erst fleißig mit Sei-fenwasser. Man läßt die Einschnitte bluten, und befördert diesesBluten noch, indem man den Theil mit einem in warmes Wassergetauchten Schwamm bähet, oder ihn ganz, wenn es angeht, inein warmes Bad bringt. Wenn das Bluten aufhört, so verbindet
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