Druckschrift 
Th. 1 (1811)
Entstehung
Seite
275
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III. Cap. §. XXXVII. Maßregeln gegen körperliche Verletzungen. 275oft mehr oft weniger tief einen stumpfen oder stechenden Schmerz;a) in einigen Fällen klagten die Kranken nur über Betäubung, desTheils; e) ist der Geifer bloß auf die Oberfläche der Haut gekom-men, und die Ansteckung auf diese Art geschehen; so wird dieseStelle gewöhnlich schmerzhaft, verursacht ein Jucken, und wird ent-zündet. Bey diesem Zeitpuncte kann man noch hoffen, den Kran-ken gegen die Wuth zu schützen. Die allgemeinen vorausgehendenErscheinungen, die sich am ganzen Körper äußern, sind: Mattig-keit, Leudenschwäche, Schwere in den Gliedern, ein beschwerenderSchmerz, der von dem verletzten Theil sich zum Kopfe zieht, undden die Kranken oft für rheumatisch halten. Dabey fühlen siefliegende Hitze, Eckel, Lust zum Brechen, Schluchzen, Durst undLeibesverstopfung; das Athemhohlen ist ängstlich, sie schlafen wenigund ohne Erleichterung. Sie leiden an leichtem Hüpfen der Seh-nen; gelinde Krämpfe und Zuckungen finden sich ein; der Puls istklein und mehr oder weniger geschwind, zuweilen voll und hart;die Verstandeskräfte gerathen in Unordnung; die Kranken werdentrübsinnig, traurig, unruhig, auffahrend. Sie sind übellaunig,suchen die Einsamkeit, zuweilen sind sie geschwätzig, aber am ge-wöhnlichsten still, während eines leichten Schlafes werden sie vonfürchterlichen Träumen gequält. Die Dauer aller dieser Zufälleist ungewiß. Gewöhnlich dauert dieser Zeitraum acht bis zwölfTage, selten länger. Oefters viel kürzer, nur zwey, drey Tage,oft sind diese Zufälle so gelinde und so schnell vorübergehend, daßsie kaum bemerkt werden, und die Wasserscheu ohne vorhergegangeneErscheinungen eintritt, doch sind diese Fälle sehr selten. Zuweilenhalten diese Zufälle den ganzen Zeitraum hindurch an, zuweilensieht man sie aber wechselweise ab= und zunehmen. Nachdem derKranke kürzere oder längere Zeit hindurch von den vorausgehendenSymptomen geplagt worden ist, so ergreift ihn plötzlich ein Abscheugegen alles Getränke, vorzüglich aber gegen Wasser; dieses Symp-tom bezeichnet den letzten Zeitraum der Krankheit. Die Symptome,welche bey dieser Periode vorkommen, sind Abscheu gegen dasWaſſer; Unmöglichkeit, flüſſige Dinge zu ſchlucken; Möglichkeitfeste zu verschlucken; der widrige Eindruck, den der Anblick glän-zender Körper, das Anwehn leicht bewegter Luft, und die Berüh-rung des Wassers auf der Oberfläche des Körpers auf sie äußert;das Gesicht ist dabey bald blaß, bald roth; die Augen funkelnd