1. Abschn. Verwaltende Polizey.274stellt, ist die Krankheit zu ihrem dritten und letzten Zeitraumegeſtiegen.„Nichts ist ungewisser, sagt Dr. Rougemont in dem ange-führten Werke, als die Zeit, wo dieses Gift anfängt, sein Daseynzu verrathen, und sichtbar zu wirken. Es ist ein sehr schädlichesVorurtheil zu glauben, daß, wenn die Wuth bey einer gebissenenPerson nicht in 9 oder 14 Tagen ausbricht, diese dann außer allerGefahr sey. Die Erfahrung zeigt das Gegentheil, bey einigenentwickelt sich die Krankheit früher, bey andern später; dennochkann man aus einer sehr großen Menge von Beobachtungen denSchluß machen, daß die Krankheit nicht unmittelbar nach demBisse ausbricht, selten in den ersten 24 Stunden nach der Ver-letzung, und vor dem dritten Tage. — Untadelhafte Beobachtungenlehren uns, daß die Wuth nach 5, 6, 8, 11 Monaten, nacheinem Jahre, 14 ja sogar 18 Monaten nach dem Bisse ausgebro-chen sey. — In der ersten Periode nimmt man an der Wundenichts wahr, wodurch man auf eine üble Einwirkung des Giftesauf selbige schließen könnte. Sie scheint im Gegentheil oft nureine einfache Wunde zu seyn, und heilt in den meisten Fällen nurzu schnell zu. Das an diese Stelle gebrachte Gift fängt nur nachdem Verlaufe von 7—14 Tagen, von einigen Monaten, selbst nacheinem oder mehreren Jahren an seine Wirkungen zu äußern. Sowie der Kranke das erste Symptom verspürt, so fängt der zweyteZeitraum an. — Die der Wasserscheue vorausgehenden Periodenmachen die zweyte Periode aus; diese bestehen in allerhand Zufäl-len, welche an der Wunde oder am ganzen Körper vorkommen,Ist die Wunde noch offen, (welches aber selten der Fall ist,) soverändert sich ihre Farbe, das Fleisch wird schwammicht, und dieWunde gibt eine dünne häufige Materie; der Kranke fühlt einJucken an der Stelle, und dieser Schmerz theilt sich dem Gliedeoder dem Theile mit, an dem die Wunde sich befindet. Bey dervernarbten Wunde sind die Erscheinungen verschieden; a) bald ent-kündet sich die Stelle, an welcher die Narbe sich bildete, brichtabermahls auf, und eitert; b) bald verändert sich nur die Farbeder Narben, dann erheben sich diese, werden bläulicht, schmerzhaftund der Schmerz ergreift das ganze Glied. Einige Mahle entdecktman bleß eine leichte Entzündung an der Stelle; c) zuweilen bleibtdie Farbe der Narbe die nehmliche, aber unter ihr fühlt der Kranke
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