1. Abschn. Verwaltende Polizey.274so waren es sicher nur diejenigen, die auch, ohne gebrennt zu seyn,nicht toll geworden wären. Das Ausbrennen der Wunde miteinem glühenden Eisen ist ein sehr gutes Mittel, aber das Bren-nen an der Stirne ist ein gefährlicher Aberglaube. Man legt, wieman im gemeinen Leben zu sagen pflegt, das Pflaster neben denSchaden. 3. Täglich reibt man um die Wunde zwey und ein halbesQuentchen einer Salbe ein, die aus Quecksilber und Terpentinbesteht, und fährt damit, so wie mit den öhlichten Bähungen, 14Tage fort. Man macht diese Quecksilbereinreibungen mit einemStock, an dessen Ende sich ein Kissen befindet, welches man mitLeder überzieht. Bonel versichert, durch den inneren und äuße-ren Gebrauch des Quecksilbers, mit Purgiermitteln verbunden;viele gebissene Thiere gegen die Wuth geschützt zu haben. 4. Ja-mes und Mathieu haben den inneren Gebrauch des minerali-schen Turpeth empfohlen, und eine große Anzahl gebissener Thieregeschützt. Folgende Vorschrift scheint mir die schicklichste zu seyn:Nimm eine halbe Unze mineralischen Turpeth, eine Unze stinkendeAsse, vier Unzen Honig, und mache eine Latwerg daraus. Manreibt täglich mit einem Stock, wie der obige, eine gewisse Mengedavon auf die Zunge des Thiers. Die Gabe ist: für ein Pferd,eine Unze; für ein Schwein, eine Ziege, sechs Quentchen; füreinen Hund, ein Quentchen. Je jünger die Thiere sind, destokleiner muß die Gabe seyn. Ein Naturforscher hat das weißeniedergeschlagene Quecksilber mit dem glücklichsten Erfolg gebraucht.Wenn sich die Krankheit bey ihnen äußert, so daß die Hunde nichtmehr ihr gewöhnliches Futter, sondern nur etwas vor, üglichesfressen, so mischt man einem Hunde mittlerer Größe sechs Grandieses Quecksilbers unter klein geschnittenen Braten; die Wirkungzeigt sich bald durch heftige Ausleerungen; wenn man dieses Mittelzwey bis drey Tage wiederhohlt, so ist von der Krankheit nichtsmehr übrig. §. Wenn die Thiere vollblütig sind, so kann man dieBehandlung mit Aderlassen anfangen; doch wird man in den mei-sten Fällen besser thun, keinen Gebrauch davon zu machen. 6.Zum Getränke gibt man Wasser mit etwas Mehl und Essig. Dengrasfressenden Thieren giebt man den Winter hindurch neue Kräu-ter. 7. Man muß die Thiere sorgfältig allein setzen, sie einschlie-ßen, und, wo möglich, sie mit Ketten fest machen, damit mankeine Gefahr laufe, wenn Trotz allen Mitteln die Wuth sich
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