III. Cap. §. XXXVII. Maßregeln gegen körperliche Verletzungen. 267sie für toll, und wollte sie schon umbringen. Duhamel ließ sieeinsperren, legte gute Handschuhe an, gab ihnen viel Oel und dannMilch ein, und sie wurden vollkommen hergestellt. Hätte so einThier in dem Anfall der Wuth jemand gebissen, so wäre der Hundgetödtet, und der Verletzte als ein von einem wüthenden Hundegebissener behandelt worden. Dieß hätte schon hingereicht, um eintreffliches Mittel gegen die Wuth bekannt zu machen, obschon dasThier nicht die wahre Wuth, sondern nur Colik hatte.„Wenn nun gleich in allen diesen Fällen die Hunde nichtwüthend sind, so muß man sich dennoch nicht gar zu sicher dabeyglauben. Ihr Biß ist deßhalb nicht weniger im Stande heftigeZufälle zu verursachen. In allen Fällen ist es daher nöthig, umallem Irrthume auszuweichen, daß jeder Hund, der einen gebissen hat,gleich eingesperrt, und beobachtet werde. Ist er im ersten Zeitpunktder Wuth, so werden bald der zweyte und dritte erscheinen, erwird bald mit den offenbarsten Zeichen der Wuth sterben. Bemerktman aber nach einigen Tagen, daß er gesund ist, so hört alle Un-gewißheit auf. Doch muß dieses Verfahren genau seyn.„Von einem tollen Hunde gebissene Thiere werden gemeiniglichvom dritten bis zum 21ten Tage toll. Doch muß man nicht glau-ben, als ob nachher nichts mehr zu fürchten sey: denn Gerviführt eine Beobachtung an, wo ein Schwein nach dem Biß eineswüthenden Hundes toll geworden; nachdem das Gift zwey Jahreunwirksam geblieben.„Die Kennzeichen der herannahenden Wuth in den übrigenHausthieren bestehen hauptsächlich darin, daß sie traurig werden,wenig oder gar nichts essen, noch saufen, und endlich das Wasserund alles Flüssige sichtbar verabscheuen, welches letztere das Haupt-kennzeichen der gegenwärtigen Wuth ist, bey dem es sich an derWuth des Thieres nicht mehr zweifeln läßt. Kommt aber dieWurh zum Ausbruch, so finden sich auch die meisten Kennzeichenein, die bey den Hunden beschrieben worden sind, und alsdann istfür Menschen und Vieh die nehmliche Gefahr der Ansteckung, wiebey Hunden vorhanden, weil in der Wuth jedes Thier, das Feder-vieh davon nicht ausgenommen, um sich beißet, und dieses entsetz-liche Uebel allen jenen Menschen und Thieren mittheilet, welche
Einzelbild herunterladen
verfügbare Breiten