Druckschrift 
Th. 1 (1811)
Entstehung
Seite
266
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256I. Abschn. Verwaltende Polizey.nun für toll, so können wegen der Furcht, die man dem Gebisse-nen verursacht, mehr oder weniger üble Folgen daher entspringen.Es ist also sehr wichtig, diese Fälle gehörig zu unterscheiden.1. Hunde, die ihren Herrn verloren haben, die die ganzeNacht vor das Haus gesperrt waren, die verwundet, geschlagenoder gezerrt worden, und vorzüglich jene Hündinnen, denen manihre Jungen weggenommen, sind einer Krankheit unterworfen, diesie auch gleichsam wüthend macht, und sie reitzt, Menschen, abervorzüglich kleine Kinder und Thiere zu beißen. Oefters haben siein dieser Krankheit straubiges Haar, glänzende Augen; sie laufenund beißen, was ihnen aufstößt, oder sie sehen wenigstens so aus,als ob sie gern beißen wollten; aber sie verschmähen das angeboteneFressen nicht, haben keine Scheu vor dem Anblick der Flüssigkeiten,sie trinken sogar, und kein Schleim fließt ihnen aus dem Munde.2. Ein Hund, der mit einer läufigen Hündinn sich zu sehr abge-mattet, gibt Schaum von sich, wankt auf den Beinen, und legtsich nieder. Wird er verfolgt, so beißt er ohne wüthend zu seyn.3. Junge Hunde werden beym Durchbruch der Zähne oft von einerunwiderstehlichen Lust zum Beißen gequält; sie fallen zuweilen dasFedervieh an, zerreißen Kleidungsstücke, verwunden zuweilen Kin,der, und sind dennoch nicht wüthend. Alte Hunde, die Zahnwehehaben, thun ganz das Nehmliche. 4. Fleischfressende Thiere, wennsie heftig vom Hunger gequält werden, suchen sich Beute zu machen,und fallen hier und dort jemand an, um ihn zu beißen, ohnejedoch wüthend zu seyn. Man erkennt diesen Fall an dem bedächtigenund einigermaßen überlegten Gange des Thiers; oft sieht man, daßes sich an einem Orte verbirgt, um den günstigen Augenblick abzu-warten. 5. Ehe der Weichselzopf bey den Hunden ausbricht, nimmtman mehrere Phänomene wahr, woraus man auf Wuth schließt, undsie deßhalb umbringt, aber mit Unrecht. Wirklich tragen diese Hundeden Schweif zwischen den Beinen, haben Schleim am Maul hän-gen, scheinen blind und stoßen sich an allem, was ihnen im Wegesteht. Doch scheuen sie ganz und gar das Wasser nicht, ja sietrinken sogar in diesem Zeitpunct der Krankheit sehr viel, und ihrBiß gab nie die Wasserscheu. Man muß das nehmliche auf Füchseund Wölfe anwenden. 6. Ich habe Hunde gesehen, sagt Duhamel, die von Colik geplagt, wüthend wurden, so zahm sie außer-dem waren. Sie fielen alles an, was ihnen vorkam. Man hielt