Druckschrift 
Th. 1 (1811)
Entstehung
Seite
264
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1. Abschn. Verwaltende Polizey.264trauend, vernachläßigte seine Wunde und starb 15 Monate nachheran der Wasserschen, wie Fehr es anführt,Zweyter Grad.Die Symptome des ersten Grads nehmenschnell zu. Der Hund hört nicht mehr die Stimme dessen, der ihnruft, er wird immer trauriger, und sein Blick verwirrter; er scheutalle Menschen; der Durst quält ihn, die Zunge hängt aus demMuude, und er scheut sich zu saufen; er leidet niemanden umsich; er bellt selten, und nur mit heiserer Stimme; er kaut bestän-dig; ein dicker schaumiger Geifer läuft anhaltend aus dem offenenMunde, und er beißt alles, was ihm in die Nähe kommt. Endlichwird das Thier wahrhaft wüthend, er macht sich weg, flieht dasHaus seines Herrn, und greift alles an, was ihm vorkommt. ImAnfange läuft er nur langsam, aber immer, wie die Krankheitzunimmt, schneller. Er läßt den Kopf und die Ohren hängenund trägt den Schweif zwischen den Beinen. Sein Gang ist unre-gelmäßig, bald geht er einige Zeit einen geraden Weg fort, kehrtdann plötzlich um, oder nimmt mit unglandlicher Schnelligkeit eineandere Richtung. Beym Anblick des Wassers oder durchscheinenderKörper fährt er mit Angst zurück.Dritter Grad. Bey dem dritten und höchsten Grad derWuth werden die Augen roth, funkelndt oft sind sie starr, oftbewegen sie sich auf eine schreckliche Art in den Augenhöhlen; dieZunge ist bleyfarbig, schwarz, vorhangend, und der Schaum vielhäufiger; er schnappt immerwährend um sich, und beißt alles, wasihm vorkommt. Gesunde Hunde fliehen bey seinem Anblick, oderwenn sie zu nahe sind, um entfliehen zu können, so kommen siemit Furcht ihm näher, und suchen, so zu sagen, durch ihre Unter-würfigkeit sich seinem Biß zu entziehen. Endlich wird das Thiernach und nach schwächer, sein Gang ist langsam, schleppend, wan-kend, und er hat jenes scheußliche und schreckliche Ansehen, welchesAbel in seiner Abbildung so gut ausgedrückt hat. Bey zuneh-mender Schwäche sinkt er öfter nieder, und hebt sich nur mit Mühewieder; zuletzt endet sich das Ganze mit Zuckungen, unter denener hinstirbt. In diesem letzten Grade ist sein Biß am gefährlichsten.Man nimmt oft bey den vornehmsten Symptomen manche Ver-schiedenheit wahr. Die Wasserscheu ist, wie mehrere bemerkten,nicht immer gegenwärtig. Einige Hunde verlieren gleich im An-fange ihrer Krankheit die Stimme, sie können weder schreyen,