III. Cap. §. XXXVII. Maßregeln gegen körperliche Verletzungen. 263„Die Wuth der Hunde, sagt dieser Schriftsteller, durchläuftdrey Zeitpuncte oder Grade.“Erster Grad. „Der Hund verliert seine Munterkeit, wirdtraurig, und sucht die Einsamkeit, er zeigt keine Lust zum Essen,er beriecht es, ohne es anzurühren, er trinkt nur äußerst selten;noch gehorcht er der Stimme seines Herrn, noch kennt er ihngibt ihm Zeichen seiner Zuneigung, läßt sich von ihm anrühren,auf den Arm nehmen, auch zeigt er sich noch willig, auf die Jagdzu gehen, oder dem Vieh zu folgen, aber doch blickt hier überallüble Laune und eine gezwungene Miene durch; reitzt man ihnso beißt er; er wird überhaupt viel stiller, als bey gesunden Tagenohne zu schlafen, zieht er sich in dunkle Oerter zurück; ruft ihnjemand, um ihn von da wegzukriegen, so bleckt er die Zähne, ohnezu schreyen, wenn schon diese Person sonst wohl bekannt mit ihmwar; den Schweif und die Ohren läßt er hängen und wirft sich aufalles, was man ihm vorhält.“ — Dieses sind Zeichen des erstenGrads dieser Krankheit; aber es fehlt viel, daß diese uns ausschließlich die Wuth anzeigen. Es sind vielmehr Zeichen, die bey allenKrankheiten der Hunde vorkommen. Ein Hund, der nur Colikhat, kann alle diese Zeichen haben.„Um uns hierüber aus der Ungewißheit zu ziehen, ist es nöthig,daß man den Hund, an welchem man dergleichen Symptome wahr-nimmt, in einen sicheren Ort einschließe, ihm mit Vorsicht zuSaufen und zu Fressen gebe, und dann den Ausgang seiner Krank-heit abwarte. Da auch, wie gesagt, das Tollwerden der Hundesich im Anfange von keiner andern Hundskrankheit unterscheidet,so muß man bey der geringsten Kränklichkeit eines Hundes aufseiner Huth seyn, und sich vor allem Belecken und Betasten in Achtnehmen. “ — Es ist leicht einzusehen, nach dem was wir über dieZufälle des ersten Grads gesagt haben, wie unnütz und betrüglich diesogenannte Jägerprobe ist, in welcher man ein gewisses Kennzeichendes Gesundheitszustandes des Hundes zu haben glaubt. Die Personwelche gewöhnlich mit dem Hunde zu jagen pflegt, oder das Viehmit ihm zu hüten, soll sich richten, als ob sie auf die Jagd oderdie Weide ziehen wollte, und den Hund rufen; gehorche dieser,so sey dieses ein Beweis, daß er nicht toll sey; und umgekehrt-Der Hund des unglücklichen Professors zu Münster bestand dieseProbe, nachdem er seinen Herrn gebissen hatte; dieser, darauf
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