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Th. 1 (1811)
Entstehung
Seite
221
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III. Cap. §. XXXII. Polizey=Maßregeln in Betreff des Weines rc. 241Hebenstreit in seiner medicinischen Polizey=Wissenschafthält die gereinigte Blutlauge und die Hahnemannsche Wein-probe für noch zuverläßigere Prüfungsmittel.„Die reine Blutlauge (Alkali phlogisticatum s. lixiviumsanguinis depuratum) sagt er, zu reinem Weine gegossen,bringt in demselben keine Veränderung hervor, hingegenschlägt sie, wenn er metallische Theile enthält, diese mit ver-schiedenen Farben nieder; das Bley mit gelblich- oder zeisig-grüner, das Eisen mit blauer, das Kupfer mit braunrotherFarbe.„Die Hahnemannsche Weinprobe aber aqua hepaticaacidulata, (Crells chem. Annalen 1788, IV. 291. St.)läßt den reinen oder bloß eisenhaltigen Wein, zu welchemsie gegossen wird, unverändert, hingegen ist es, wenn sieden Wein schwarz oder dunkelbraun färbt, ein sicheres Kenn-zeichen, daß derselbe ein schädliches Metall, Bley oder Kupfer#enthalte.*) Um diese Hahnemannsche Weinprobe zu bereiten.verfertigt man erst eine kalkerdigte Schwefelleber dadurch, daß mangleiche Theile fein gepulverter Austerschaalen und Schwefel zusam-men reibt, und in einem bedeckten Schmelztiegel 12 Minuten langweißglühen läßt. Das erhaltene weißgraue Pulver ist die Schwe-felleber, die man in einem wohlverstopften und ganz angefülltenGlaſe Jahre lang aufheben kann. Will man nun unterſuchen, obder Wein ein, von Eisen verschiedenes, schädliches Metall ent-halte, so nimmt man eine starke Flasche, in die etwas mehr alsein Pfund gehet, schüttet ein Gemenge von zwey Qu. der vorhererwähnten Kalkleber und sieben Qu. fein geriebenen Weinsteinrahmhinein, füllt die Flasche bis an den Hals mit 16 Unzen reinemWasser an, pfropft sie genau zu, schüttelt alles 10 Minuten langwohl untereinander, und läßt dann das trübe Gemenge sich setzeit.Wenn man nun einen Eßlöffel voll von der durch dreysaches Lösch-papier geseiheten Flüßigkeit in 4 bis 6 Loth eines zu untersuchen-den Weines gießt, so wird ein mehr oder weniger brauner Nieder-schlag erfolgen, je nachdem mehr oder weniger Bley darin vorhan-den war. (Grens Handbuch der Chymie, 3 Th. Seite 279)