220 I. Abschn. Verwaltende Polizey.1sich dabey an die Seiten des Schmelztiegels ein geblichter Rauchanschmauchet. — Auch entsteht eine schwarze Farbe, wenn diesympathetische Dinte mit einer Auflösung von Eisen=Vitriol ver-mischt wird, und das nehmliche geschieht mit Kupfer-, Bley- undSilber=Vitriol. Man kann also nicht sicher auf eine Verfälschungdes Weines mit Bleyglätte schließen, wenn nicht auch der Weinzugleich einen süßen Geschmack hat, und wenn nicht sämmtlichehier angeführten Versuche mit besonderer Aufmerksamkeil angestelltworden sind.„ Die gefärbten Weine werden durch Abrauchen und zugleichdurch niederschlagende Mittel geprüfet. Man gießet eine Auflö-sung von Alaun in ein reines Stengelglas voll des verdächtigenWeines, worauf sogleich die darin enthaltenen fremden Theile nie-dergeschlagen werden, und sich zu Boden setzen. Ein feuerfestesLangensalz wird eine purpurrothe, ein flüchtiges Alkali eine blaueFarbe in dem gefärbten Weine erzeugen; eine Auflösung von Bley,zucker, oder ein frisch zubereitetes Kalkwasser macht den Weinmilchigt. Schon das Durchseihen solcher Weine ist hinlänglichdie färbenden Theile von demselben abgesondert darzuweisen.“„ Den schäumenden Champagner=Wein zu prüfen, fülle maneine kleine Flasche mit einem langen Halse mit dem Weine, denman untersuchen will, und stecke den Hals in einen Becher reinenWassers. Ist der Wein ächt, so bleibt alles in der Bouteille, ister aber mit Zucker, Honig oder mit einem andern süßen Wesenvermischt, so wird sich dieser Zusatz in das Wasser hineinziehen,und das lautere Wesen zurückbleiben.„Die weit bedenklichere Mischung des Weines mit Alaun oderVitriol wird entdecket, wenn man zerflossenes Weinsalz oder Vitriol-geist, Salmiakgeist oder eine Auflösung fester Laugenfalze dazu gießet,wodurch derselbe blaßroth, milchigt oder grünlicht wird, und denVerdacht rechtfertiget.„Ist Kalk in den Wein gemischt, um ihm die Säure zu beneh-men, oder Kalk mit Taubenmist, um in den Champagner=Weinendas Moussiren zu erregen, so gieße man von dem Weine in einenreinen silbernen Löffel, der davon nach und nach gelb wird, wennder Wein eine Zeitlang darin steht. Zerflossenes Weinsteinſaltacht ihn milchigt und trübe.“
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