Druckschrift 
Th. 1 (1811)
Entstehung
Seite
219
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III. Cap. 5. XXXII. Polizey=Maßregeln in Betreff des Weines 2c. 419beurtheilet man, nach der schnellen mehr oder weniger ins schwärz-liche fallenden Veränderung der Farbe, den mehreren oder weni-geren Zusatz des Bleyes oder der Verfälschung des Weines.Man kann auch zu dergleichen Untersuchungen nur eine Schwefel-Auflösung aus alkaliſchen Salzen und Schwefel verfertigen; oderdie sogenannte Schwefelleber in Wasser aufgelöset, oder den flüch-tigen Schwefelgeist des Libarius aus Kalch, Schwefel und Salmiak,die Auflösung der Spießglasleber und der Schlacken, die auf demgemeinen Spießglaskönige schwimmen, in Wasser gebrauchen.„Indessen wird in dem Almanache für Scheidekünstler undApotheker vom J. 1781 mit Rechte gewarnet, „daß so gewiß undsicher auch diese Art von Weinprobe ist, doch Fälle vorkommenkönnen, wo der geprüfte Wein einen dunkeln Niederschlag gibt,ohne daß derselbe mit Bley verfälscht wäre; die Weinhändler gebenz. B. oft den Weinen mit gebranntem Zucker, Hollundersaft oderfrischem eingekochten Most eine höhere Farbe und die sogenannteFirne; ein ſolcher gefärbter Wein wird allzeit einen dunkeln Nie-derschlag durch die Weinprobe liefern. Selbst die Fässer, aufwelchen der Wein gelegen, können zu einem solchen VerdachteAnlaß geben, wenn er etwa eine Zeitlang auf eichenen Fässerngelegen hat, und welchen vorher durch andere Flüßigkeiten ihrFarbewesen nicht benommen worden ist.“ Man thut demnachwohl, bey dem der Bleymischung verdächtigen, so wie bey allenandern verfälschten Weinen, es nicht auf eine Prüfung allein an-kommen zu lassen, sondern mehrere zu versuchen, um desto sichererzu gehen. Man läßt nach der Vorschrift des angeführten Alma-nachs zwey bis vier Maß (oder noch besser eine beträchtlichereGabe) eines solchen Weines gelinde bis zur Trocknung abrauchen,den trockenen Weinextraci in offenem Schmelztiegel zu Asche ver-brennen, und hernach versucht man, ob sich aus dieser Asche durcheinen phlogistischen und salzigten Zusatz, (mit Kohlenstaub undPotasche) oder den Weg der Reduction etwas Bley in metallischerGestalt zusammenschmelzen läßt. Ist aber des bey den Weinenbefindlichen Bleyes sehr wenig, wie dann zur Verfälschung desWeines eben nicht gar zu viel desselben nöthig ist, um ihm einensüßen Geschmack zu geben), so kann man sich von dem Daseyndieses Metalles auch überzeugen, wenn man die Weinasche imSchmelztiegel mit etwas Fett im offenen Feuer verbläßt, und wenn