218I. Abschn. Verwaltende Polizey.in Vergleichung seiner Schwere und Alters eine ungewöhnlich hoheFarbe hat; wenn er süßlicht schmeckt, obschon er jung oder voneinem schlechten Jahre ist, und dünne aussieht; wenn er auch wäh-rend des Trinkens eine merkliche Zusammenziehung auf der Zungezurückläßt, wenn er nach Maßgabe seiner scheinbaren Güte unterdem Preise verschenkt wird; wenn er bey verschiedenen Menschen,welche ihn nicht übermäßig getrunken haben, ungewöhnliches Ma-genwehe, Kneipen und Bauchgrimmen verursacht. Bey rothenWeinen gelten nebst einigen von obigen Zeichen noch folgende:wenn solche eine zu hell rothe oder zu dunkle Farbe haben, sichanstatt in abgesetzten Wellen aus der Flasche zu strudeln, gleichsamziehen lassen; wenn die innere Fläche der Flasche, wenn solche eineZeitlang gestanden haben, dick von rother Farbe überzogen undauf dem Boden ein dicker Satz beobachtet wird; wenn die Flaschebey ihrer ersten Eröffnung stark nach Brandewein riechet; wennder Wein in geringerem Maße den Kopf stark einnimmt, großeErhitzung nach sich zieht, eine Beschwerlichkeit im Harnen oder inden Gliedermaßen Schmerzen und Schwere hinterläßt.„Die bleyartigen Zusätze in verfälschten Weinen zu entdecken,bedient man sich am beßten der sogenannten sympathetischen Dinte;zuerst muß man sich davon überzeugen, daß diese recht zubereitetund durch das Alter, wie durch das leichte Verfliegen zu geschehenpflegt; ihrer Kräfte nicht beraubt worden sey. Man gieße nehm-lich einige Tropfen davon in ein wenig Bleyeßig, so wird dieseraugenblicklich schwarz und trübe werden. Man thut wohl, daßman nie eine lang aufbehaltene sympathetische Dinte gebräuche,sondern entweder einer frischen sich bediene, oder in kleinen Fläsch-chen mehrere kleine Portionen wohl verwahre, und solche sehrselten öffene. Der Versuch kann auch füglich in einem Zimmernicht wohl vorgenommen, sondern muß wegen des heftigen dabeyaufsteigenden Geruchs von faulen Eyern in freyer Luft angestelltwerden.„Man gießet also zu einem hellen und durchsichtigen Weinglasevoll von dem verdächtigen Weine zehn bis zwölf Tropfen von dieſersogenannten Weinprobe. Wenn der Wein dadurch sogleich dun-kler, erstlich ins rothe, sodann ins braune fallend, und endlichgar schwärzlich wird, (wo hingegen unverfälchte Weine einen schö-nen weißlichten, oser gelblichten Schwefel=Niederschlag geben,) so
Einzelbild herunterladen
verfügbare Breiten