Druckschrift 
Th. 1 (1811)
Entstehung
Seite
216
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.416I. Abschn. Verwaltende Polizey.werden soll, wenn er nicht wenigstens einige Monate altgeworden ist.Der Wein wird auf verschiedene Art verfälschet, theilsum schlechten Weinen eine bessere Qualität, eine schönereFarbe oder einen angenehmern Geschmack beyzubringen, theilsum inländischen Wein für fremden von berühmten Wein-Gegenden zu verkaufen.Wir werden die wichtigsten Wein=Zusätze anführen, unddiejenigen Mittel anzeigen, wodurch der Betrug in den mei-sten Fällen entdeckt werden kann.Wein mit Wasser zu vermischen ist ein alltäglicher Betrugder Wirthe, dessen sie aber schwer zu überführen sind, undwelcher der Gesundheit eben keinen sonderbaren Nachtheilbringt; bedenklicher ist die Verfälschung des Weines mitmineralischen Körpern; als Bleyzucker, Silberglätte, Bley-weiß, Mennig und überhaupt Bleykalke, welche man gebraucht,um sauere unschmackhafte Weine in einen süßlichen Trank zuverwandeln, und die Magenschmerzen, Koliken, unheilbareContracturen, Zittern, Schwäche und Lähmung der Glieder,die Schwindsucht und andere schreckliche Zufälle erzeugen,Auch werden Markasit, das sublimirte Quecksilber, das tödt-liche Arsenicum, Alaun und Spießglas zum Verfälschen derWeine gebraucht.Auch aus dem Pflanzenreiche werden sehr oft schädlicheGewächse zur Verfälschung des Weines genommen, beson-ders zur Färbung des rothen Weines. Zückert sagt:„Alle künstliche Färbungen der Weine sind ein wahrerBetrug. Der Wein muß ſeine Farbe von der Natur haben;und wenn solchs nicht ist, so ist bey dessen Behandlung imGähren und Warten ein Fehler vorgegangen, oder er willnun umschlagen, und nähert sich seinem Verderben. Imletztern Falle schmieret man ihn mit allerhand färbenden Mit-teln an, und verkauft betrügerischer Weise einen halb ver-Erbenen Wein für einen gesundeAus schlechten weißen