Druckschrift 
Th. 1 (1811)
Entstehung
Seite
215
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III. Cap. §. XXXII. Polizey=Maßregeln in Betreff des Weines 2c. 215und podagraische Schmerzen und Zückungen, besonders beydem weiblichen Geschlechte her. Indessen sind die gewöhn-lichen Einschläge aus gelbem in Schnitten geschmolzenenSchwefel, welcher mit verschiedenen Blumen und gewürz-haften Dingen beſtreut worden, unſchädlich. Die rothenSchwefelschnitte, als welche noch aus arsenikalischen Theilenbestehen, und mit Wismuth und Markasit bestreut worden,geben den Weinen eine ſehr bedenkliche Eigenſchaft. — Eswäre nöthig, daß man Weine, welche in öffentlichen Schen-ken sogleich verzapft werden sollen, nur ganz leicht zu schwe-feln gestattete; hingegen bey Lagerweinen, die eine Zeitlangzu liegen haben, ehe sie trinkbar genug werden, etwas meh-reres erlaube.„Man erkennt den allzusehr geschwefelten Wein, wennman einige Tropfen von einer Silber=Auflösung im Scheide-wasser in denselben gießet, wo dann sogleich der Schwefeldas Silber schwärzet, und den Wein braunroth, braun odergar schwarz macht. Wenn man ein frisch gelegtes Ey inein mit Wein angefülltes Geschirr leget, und dessen Schaalemit schwarzer Farbe ganz überzogen wird, so ist es ebenfallsein Zeichen, daß der Wein zu viel geschwefelt und folglichungesund sey. Leget man, um diese Umstände zu vermeiden,ein Stückchen glatt polirtes Silber in solchen Wein, so ver-liert es seinen Glanz und wird schwärzlicht.Beynahe in allen Ländern findet man Verordnungen,welche den Verkauf des überschwefelten Weines wegen seinerSchädlichkeit untersagen. — Neue Weine, wenn man solchevor ihrer vollkommenen Aufhellung und Säuberung trinket,verursachen Magenschmerzen und Beschwerden verschiedenerArt; die Polizey darf daher nicht dulden, daß Bürger, welcheabgesonderte Weinberge und Gärten besitzen, vor der Zeitdie Lese vornehmen, um nur recht geschwind neuen Weinausschenken zu können, oder daß man trüben, halbbrausendenWein, der kaum von der Kelter kommt, verzapfe; es istnothwendig vorzuschreiben, daß kein neuer Wein verschenkt