Druckschrift 
Th. 1 (1811)
Entstehung
Seite
214
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1. Abschn. Verwaltende Polizey.214wäre; fehlerhaftes und verfälschtes Bier muß für unverkäuf-lich erklärt werden. — Das Bier wird oft nach kurzer Zeitsauer, und sein Genuß erzeugt Bauchgrimmen und eine beson-dere Schärfe in den Gedärmen; um diese Säure zu verbergenoder zu vernichten, gebrauchen viele Brauer Potasche, Kalkoder Laugensalz, welche Mittel nach der Meinung der Aerztedie schädlichsten Zufälle bey den Menschen hervorbringen,und also von der Polizey auf das Strengste untersagt werdenmüssen. — Das Beymischen von vielem Salze, um denDurst der Trinker zu erwecken, ist auch eine Art der Bier-Verfälschung, die nicht geduldet werden darf.In Betreff des Weines kann die Polizey die Bürgereinladen, guten Satz an die Stelle des schlechtern, und nurStöcke von nicht sehr verschiedenen Trauben=Gattungen zupflanzen, weil im entgegengesetzten letztern Falle die Zeiti-gung der Trauben ungleich ist, und reife und harte Beerenmiteinander gekältert werden, welches einen nicht gesundenWein gibt. — Die Weinleſe darf nicht eher geſtattet werden,als bis man sich überzeugt hat, daß der größte Theil derTrauben seine völlige Reife erreicht hat, wenn nicht eineanhaltende üble Witterung oder das Faulen der Beere erfor-dert, daß man die Weinlese ohne weitern Aufschub vor-nehme.„Die mehresten weißen Weine, sagt Dr. Frank, wer-den geschwefelt und aufgebrannt, um das brennbare Wesenderselben durch den Dampf des angezündeten Schwefels zuunterhalten, vor der weitern Gaͤhrung zu ſchützen, demſelbeneine bessere Farbe zu geben, und die Schnellkraft der über-flüßigen Luft zu zerstören. Dieser Dampf, wenn er mäßigist, schadet der Gesundheit und dem Weine nicht, wenn diesernach dem Aufbrennen eine Zeitlang liegen bleibt, ehe ergetrunken wird. Wenn aber der Wein ſehr geſchwefelt iſt,sagt Hoffmann, so macht er den Kopf dumm, erhitzetdas Blut sehr, und greifet die Nerven an. Wepfer leitetvon dem zuhäufigen Schwefel im Weine die Kolik, Stein-