Druckschrift 
Th. 1 (1811)
Entstehung
Seite
212
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.1. Abschn. Verwaltende Polizey.212müsse. — Die Röhr=Brunnen haben den Vortheil lebendigerQuellen, und in solchen ist das Wasser in einer beständigengesunden Bewegung. Da jedoch viele Menschen unmittelbaran solchen ihren Durst stillen, so ist öfters, so wie an Pum-pen, geschehen; daß, wenn sich in dem Brunnen Wasser-Insecten und Gewürme aufhielten, solche von den Durstigenohne Wissen verschlungen und dadurch seltsame Krankheitenerregt worden sind. Es geschieht daher wohl, wenn vor derinnern Mündung jeder Brunnen=Röhre ein klein durchlöchertesEisenblech angebracht wird, welches jeden fremden Gegen-stand zurückhält; und dem Wasser allein einen freyen Durch-lauf gestattet.“Bey dem Biere einem so allgemein gebrauchten Getränkehat die Polizey sich besonders mit den Fehlern der Zuberei-tung und der Verfälschung desselben zu beschäftigen. — DasBier wird aus Wasser, Getreide, (Gerste, Weitzen, Hafer,Roggen &c.) Hopfen und Hefe zubereitet; wenn diese Bestand-theile von guter Qualität sind, und in dem erforderlichenVerhältnisse genommen werden, so wird auch das Bier diegehörige Güte haben. — Zum Bierbrauen ist weiches Wasserdienlicher als hartes; unreines darf dazu nicht gebrauchtwerden; einige Bierbrauer pflegen durch Beymischung vonKuhmist hartes Wasser weich zu machen, andere mischenAſchenlange oder aufgelößte Potaſche unter das Waſſer, dasviele Salztheile enthält, um solches zum Brauen schicklicherzu machen; dergleichen der Geſundheit nachtheiliger Unfugmuß ihnen von der Polizey untersagt werden. — Das Ge-treide, welches zum Bierbrauen dienen soll, darf nicht dieje-nigen Fehler haben, die wir oben (S. 191 u. f.) angeführthaben, sonst erhält man nur herbes und unverdauliches Bier;das allergefährlichste ist, wenn, wie die Wirthe, um ihreGäste desto eher zu berauschen, zu thun pflegen, Lolch=Sag-men statt des Hopfens mit dem Malze gesotten wird.Wenn man bey der Verfertigung des Malzes nicht die gehö-rige Aufmerksamkeit anwendet, so wird es oft dumpflicht