Druckschrift 
Th. 1 (1811)
Entstehung
Seite
211
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III. Cap. 5. XXXII. Polizey=Maßregeln in Betreff des Wassers 2c. 211jedesmahl gleich, und ehe ein fremdes unreines Wasser hin-zufließen möge, ausgeräumet werden; es geschieht nicht wohl,wenn die Fehler der Brunnen so lange gelassen werden, daßsie endlich eben zur Zeit, wo das gute Trinkwasser amnöthigsten ist, mitten im Sommer verbessert werden müs-sen. Das Frübjahr und das Spätjahr sind die beßte Zeitzur Brunnen=Reparatur, und damit solche den Zufluß desnöthigen Trinkwassers nicht lange hemme, so müssen alle dazunöthigen Materialien vorher schon in Bereitschaft gehaltenwerden.„Die ſogenannten Ziehbrunnen, aus welchen das Waſſerdurch Eimer heraufgezogen wird, sind überhaupt die unschick-lichsten; denn, obschon der auf= und abgehende Eimer dasWasser in einer stäten Bewegung erhält, die zu seiner Güteunentbehrlich ist, so muß doch ein sehr oft ungestümmesHinebwerfen der Eimer in einem nicht sehr wasserreichenBrunnen, besonders wenn der Grund davon nicht ein festerThon ist, oder sich sonst Unreinigkeiten darin gesammelthaben, das Wasser meistens durch das Aufrütteln derselbentrübe und ungesund machen. — Die Pumpen haben alsobillig den Vorzug; „denn hier, sagt Krünitz, wird derBrunnen oben mit starken Bohlen um die Pumpe herumzugedeckt., mit Erde beschüttet, und darüber mit Steinenzugepflastert. Hiedurch ist dem Wasser alle Gemeinschaftmit der äußerlichen, veränderlichen Luft abgeschnitten, eswird durch das Schöpfen nicht aufgerührt, und es ist auchvon aller möglichen Vermischung mit widrigen und ekelhaftenDingen gänzlich gesichert, und die Menschen sind dabey vonaller Gefahr befreyt.“ Hiebey ist noch zu erinnern, daßdie Pumpen nur an solchen Brunnen das Wasser unver-dächtig liefern, an welchen solche fleißig gebraucht werden;und daß eine gänzliche Abhaltung der Luft von dem imBrunnen eingeschlossenen Wasser dessen gute Eigenschaft sehrverschlimmere, weßwegen man auf eine oder die andere Artden freyen Zutritt der äußern Luft allerdings mehr befördern