Druckschrift 
Th. 1 (1811)
Entstehung
Seite
210
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I. Abschn. Verwaltende Polizey.210Kloacken, Gerbereyen, Färbereyen, Seife=Siedereyen, Schlacht-häusern rc. geduldet und keine verreckte Thiere oder sonstirgend etwas unreines hineingeworfen werden; und diese Sorg-falt ist bey nur kleinen Bächen, langsam fließenden Wassernund Flüssen von äußerster Nothwendigkeit; allein bey größernschnell fließenden Strömen ist die Sache von keiner so großenWichtigkeit.“ (Ebenso verdirbt das Hanf= und Flachsbeitzendas Wasser nur bey langsamen Flüssen, untiefen Bächen,Teichen und Brunnen.)„Das Vorzüglichste bey den Wasserleitungen betrifft dieCanäle, wodurch das Wasser geführt wird. Diese sind ent-weder von Holz, oder von Erde, oder von Bley oder vonEisen. Für die Gesundheit ist es nicht gleichgültig, welcheGattung gewählt werde, und wenn die hölzernen Röhrenwegen des faulichten Geschmackes, den sie dem Wasser anhän-gen, und wegen der häufigen sogenannten Haarzöpfe voneingedrungenen Wurzeln benachbarter Bäume u. dgl., wodurchdas Wasser in seinem Durchlaufe gestört und zugleich ver-unreiniget wird, nicht die gesündesten sind; die erdenen aberwegen größerer Verbrechlichkeit einen (nicht immer sehr gegrün-deten) Vorwurf zu leiden haben, so sollten gewiß die bleyernenWasser=Röhren gänzlich außer Gebrauch gesetzt werden. Dasnie von allem salzigten Inhalte ganz freye Wasser zerfrißtfür sich schon das Bley nach und nach in einen Kalk auf,und das Reiben befördert noch mehr den Abgang der Bley-theilchen, welche alsdann, im Wasser vollkommen aufgelößt,nach und nach die Gesundheit der Einwohner verletzen kön-nen. — Den eisernen Wasser=Röhren bleibt in Rücksicht aufdie Gesundheit der Vorzug.„Die Wasserleitungs=Röhren müssen, je entfernter dieQuellen und je mehr das Erdreich der Sonne ausgesetzt ist,um so tiefer gelegt werden, weil ein mattes und halblau-lichtes Wasser die Durstigen weder labet, noch die Kräftendes im Sommer ohnedieß schwächern Magens unterhält.Die Wasser=Behältnisse müssen, wenn es nothwendig ist,