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Th. 1 (1811)
Entstehung
Seite
206
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I. Abschn. Verwaltende Polizey.206„Hippocrates sagt, das beßte Wasser ist, das vonhohen Orten und Erdhügeln herabfließet; denn dieses ist süßeund hell, und mit etwas Wein mischbar. Im Winter wirdes warm, im Sommer so kalt, als wenn es aus dem tief-sten Brunnen käme. Vor allen sind die Wasser zu loben,deren Quellen gegen Aufgang der Sonne, zumahl im Som-mer, fließen; denn diese müssen klar, lieblich und leichtseyn. Hingegen die gesalzenen rohen und harten Wassertaugen gar nicht zum Trinken; doch gibt es Naturen undKrankheiten, wo dergleichen Wasser zuträglich sind. — DieQuellen, die gegen Morgen entspringen, sind die beßten;dann folgen die, welche im Sommer zwischen Sonnenauf-und Niedergang liegen, am meisten zwischen Sonnenaufgang;endlich welche im Sommer gegen Abend liegen. Das schlech-teste Wasser ist, das gegen den Südwind, im Sommer zwi-schen Sonnenauf- und Untergang entspringt. Dieß ist dengegen Süden gelegenen gar nicht zuträglich, mehr den nord-wärts liegenden. Plinius bestimmte die nöthigen Eigen-schaften eines guten Wassers mit den wenigen Worten, daßsolches einiger Maßen einer gesunden Luft gleichen müsse.Löset das Wasser vollkommen die Seife auf; reiniget es voll-kommen die Wäsche, ernähret es vortreffliche Fische, ziehetes die Bestandtheile der Pflanzen, welche wie z. B. derThee in solchem gesotten werden, wohl aus; dienet es zurVerfertigung eines guten Mörtels, und läßt sich ein gutesBier daraus brauen, so kann man dergleichen Wasser fürfein, leicht und süße halten. *) Ein Wasser, womit gutesBrod gebacken wird, empfiehlt sich durch diese Eigenschaftbesonders.Das Wasser wird entweder aus Quellen, Flüssen, Strö-men, Bächen, Teichen, von Regen oder Schnee oder ausBrunnen und tiefen Behältnissen geschöpfet. Dr. Frankzieht das Quellwasser allen übrigen Gattungen von Trink-*) Rieger introductio ad notit, rer, naturalium.