I. Abschn. Verwaltende Polizey.1941) „Da die verdächtigen Körner gemeiniglich auf gewissenAeckern vorzüglich fallen, so wären diese zum Aubaue andererFeldfrüchte, zumahl der Kartoffeln, Linsen, Bohnen rc. anzu-wenden.Das Anzünden der Stoppeln und tieferes Umpflügenwürden vielleicht vieles Unkraut zernichten und ersticken helfen.2) „Das Korn müßte niemahls vor der völligen Reifegemähet, auch nicht zubald gedroschen werden.Beydes leidet freylich hie und dort seine Schwierigkeiten;wenn das Getreide zu lange stehen bleibt, so fallen bey dergeringsten Bewegung die Saamen aus; und armen Haus-haltungen fällt es schwer, das Dreschen lange zu verschieben;zuweilen zwingt auch die ungünstige Witterung die Landleute,mit der Einfuhr des Getreides zu eilen; indessen wird dochauch ohne Noth voreilig geerntet. In Wein=Ländern werden,ehe man herbſten darf, der Orts⸗Obrigkeit Weintrauben zurBeurtheilung vorgelegt, welche man ohne Auswahl in denverschiedenen Weingärten abgeschnitten hat; findet jene, daßsolche noch unreif sind, so bleibt die Weinlese, wo es immermöglich scheint, noch ausgesetzt. Indessen ist es den Eigen-thümern anheimgestellt, wenn sie das zur allgemeinen Nah-rung unentbehrliche Getreide einernten wollen. Sollte mannicht auch jede Flur durch sachverständige Männer, noch eheden Eigenthümern die Abmähung ihres Getreides gestattetwürde, durchgehen und wohl beurtheilen lassen? Es isttraurig anzusehen, wenn die ärmern Haushaltungen, welchenvor der Ernte Zeit das Brod zu mangeln angefangen, dienoch halb grünen Aehren abschneiden, sie im Ofen trocknen,und vom Dreschen, sogleich zur Mühle eilen, um sich vondem ungesunden Mehle ein unverdauliches kleisterhaftes Brodzu backen.3) „Man muß das Korn wohl untersuchen lassen, obfremde Körner, Roſt oder Brand darunter befindlich, undder übrige Roggen davon angeſteckt, wurmſtichig, mißfarbigu. dgl. wäre.
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