Druckschrift 
Th. 1 (1811)
Entstehung
Seite
169
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III. Cap. §. XXIII. Maßregeln bey ansteckenden Krankheiten. 169Um einen Reitzepunct zu haben, der diese Feuchtigkeitschnell nach außen hin ziehen kann, befestigt man an derMitte des Haarseiles ein Stück schwarzer Nießwurz; oderman bindet daran mit ein wenig Leinwand Sublimat oderpulverisirten Arsenik.Wenn die Geschwulst bis zur Größe eines Menschenkopfesangewachsen ist, so wird das Haarseil weggezogen, um dieNießwurz oder das sonstige ätzende Mittel, welches daranbefindlich war, wegzunehmen.Im Falle das auf die beschriebene Weise zubereitete Haar-seil nicht innerhalb 15 bis 20 Stunden eine so beträchtlicheGeschwulst hevorbringt, so muß man an beyden Seiten derBrust, nachdem man die Haare weggeschoren hat, einenbreiten Blasen ziehenden Umschlag auflegen, der aus einerUnze spanischer Fliegen und einer Unze Euphorbium, miteiner hinreichenden Quantität Sauerteig vermischt, zusammen-gesetzt ist. Dieser Umschlag wird mit einer Binde befestigt,und bis zur vollkommenen Genesung beybehalten.Alle Tage, eine Stunde des Morgens und eine Stundedes Abends wird dem Thiere ein Knebel in den Mund gethan,um welchen mit einem Stücke Leinwand Knoblauch, Pfeffer,Teufelsdreck, Wasserpfeffer, Aronswurzel und Meerrettig-blätter oder Wurzel und Tabaksblätter gewickelt sind; allesdieß gehackt und gestossen. Uebrigens kann eine dieser Sub-stanzen alle übrigen ersetzen.Man muß dem Viehe so viel möglich Futter von derbesten Qualität geben; es wird gut seyn, solches mit Wasseraus einem Eymer, in welchem man eine Handvoll Salz hatzergehen lassen, zu besprengen.Wenn es möglich iſt, das Vieh im Stalle zu tränken,so muß man sein Getränke mit ein wenig Kleien vermischen,und auf zehn Pinten (halbe Maße) etwa ein Glas Essigdarunter gießen.