Druckschrift 
Th. 1 (1811)
Entstehung
Seite
168
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1. Abschn. Verwaltende Polizey.162Behandlung der Krankheit. Sobald ein StückHornvieh von der Seuche ergriffen zu seyn scheint, muß mankeinen Augenblick Bedenken tragen, alles Vieh im Stalle,wie groß auch seine Anzahl seyn mag, der Medicinal=Behand-lung zu unterwerfen.Dà die Erfahrung bewiesen hat, daß diejenigen Thiere,welche ohne andere Mittel als die der Natur, wieder gesundgeworden sind, ihre Genesung einem Ausschlage verdankten,womit ihr ganzer Körper sich bedeckt, so muß alle Bemühungder Kunst dahin gehen, diesen Ausschlag herbeyzuführen,oder durch etwas anderes zu ersetzen.Vergebens würde man diese Wirkung von den stärkendenMitteln erwarten, die man in diesen Arten von Krankheitfast ausschließend zu gebrauchen pflegt. Wein, Brantewein,Cider, Bier, Pfeffer, Caneel, Nelken, Muskatnuß, Ingwer,Orwietan, Mithridat, Theriak, China, und eine Mengeanderer erhitzender Arzeneyen, bringen in kleinen Dosen beydem Hornvieh keine Wirkung hervor; in großen Dosen ver-mehren sie die Erhitzung beträchtlich, und beschleunigen denHinfall der Thiere.Nur durch äußeres Auflegen kann man hoffen, jenen mitden Absichten der Natur so übereinstimmenden Ausschlag her-vorzubringen.Das Haarseil mit einem ätzenden Mittel, bestrichen, erfülltvollkommen die doppelte Absicht, die Feuchtigkeiten, welchesich auf die Lunge oder Leber werfen, nach außen hin zuziehen, und die Ausleerung derſelben zu befördern.Die Wamme (sanon, in einigen Gegenden la lampe, lape genannt) ist der Theil des Körpers, an welchem mannavorzugsweise das Haarſeil anbringen muß. Man muß esso anbringen, daß die beyden Oeffnungen von oben nachunten gehen, damit die Feuchtigkeit um so leichter abfließenkönne.