170I. Abschn. Verwaltende Polizey.Oft wiederhohltes Reiben mit Strohwischen, die Aus-dünstung von heissem Wasser unter dem Bauche, und Fluß-bäder, selbst wenn das Wasser erwärmt ist, befördern dieAusdünstung sehr; auch Klistiere mit Wasser, worunter einwenig Essig gemiſcht iſt, thun gute Wirkung.Die Reinlichkeit der Ställe und die Sorge, solche stetsluftig zu erhalten, sind gleichfalls wesentliche Bedingnisse.Wenn kranke Thiere darin gewesen sind, muß man sich wohlhüten, gesunde hineinzustellen, ehe sie gereiniget sind.Reinigung der Ställe. Die gewürzhaften oder andrreso sehr gerühmten Räucherungen, so wie das bloße Tüngenmit Kalk sind keine zureichende Mittel, um angesteckte Ställezu reinigen; nur vom Wasser und vom Feuer, und sonder-lich von der Vereinigung derselben, kann man diese Wirkungerwarten. Die Mauern, die Krippen, die Raufen müssensehr pünctlich mit siedendem Wasser gewaschen, und mitBesen von Heidenkraut oder Ginster, oder noch besser mitstarken Bürsten, wenn man solche haben kann, abgeriebenwerden. Man muß den Stall nie mit Kalk weissen, wennman ihn nicht zuvor auf diese Weise gewaschen und geriebenhat. Ist der Stall gepflastert, so muß man das Pflastergleichfalls mit siedendem Wasser waschen und reiben. Istder Boden von Erde, so muß man eine Schichte davon,zwey oder drey Zoll tief, wegnehmen, verbrennen, oder ineine Grube werfen, und an ihrer Stelle diejenige, die manaus der Grube ausgegraben hat, in den Stall thun; dannmuß der Boden sorgfältig geschlagen werden, damit er ebenso fest wird, und den aus den unteren Schichten aufsteigen-den Dünsten Widerstand thun kann. Eine Zeitlang müssendie Ställe Tag und Nacht offen gelassen, und das Viehnicht eher wieder hineingethan werden, als bis sie völligtrocken sind.Die Regierung hat durch einen Beschluß vom 27. Mess.5. J. verordnet, daß die in diesem Briefe enthaltenen Ver-fügungen in ganz Frankreich vollzogen werden sollen.
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