III Cap. §. XXIII. Maßregeln bey ansteckenden Krankheiten. 161einer Epidemie verbreitete, gewöhnlich die schlimmsten Fol-gen hatten, sowohl wegen der Furcht, in die die Krankendadurch versetzt wurden, als weil die Besorgniß der Ansteckungöfters die zu ihrer Hülfe bestimmten Personen von ihnenentfernte. Die Administration und der Arzt haben also vorallen Dingen ihr Augenmerk auf die Mittel zu richten, durchwelche diese Furcht vermindert, und die Bürger wegen einerGefahr beruhigt werden, die durch übertriebene Besorgnissein Wirklichkeit übergehen kann. Ein anderer eben so wesent-licher Punct muß demnächst die Aufmerksamkeit des Arztesauf sich ziehen; es ist der Zustand der Genesung derer, die dieKrankheit angegriffen hatte. Es geschieht nur zu häufig, daßLeute von dieser Classe ihre Arbeiten oder ihre gewöhnlicheLebensart wieder anfangen, ehe sie vollkommen hergestelltsind. Auf diese Art haben sie um so mehr einen Rückfallzu gewärtigen, weil sie keine neue Krankheit zu überstehenvermögen. Es ist nicht wenig daran gelegen, m. H., daßdie Genesenden die ganze Gefahr dieses Betragens, wie auchdie Nothwendigkeit fühlen, die ihnen vorgeschriebene Diätso lange zu befolgen, bis sie ihre völligen Kräfte wiedererlangt haben. Es wird demnach zweckdienlich seyn, ihnendie erforderliche Pflege und Unterstützung längerhin ange-deihen zu lassen, um ihnen die Mittel zu erleichtern, diesenZeitpunct abzuwarten, ohne wegen ihres Unterhalts zurArbeit schreiten zu müssen.Die den dürftigen Kranken und Genesenden zukommendeUnterstützung besteht, nebst der Arzney, in Verabreichungvon Fleischbrühe, Fleisch und bisweilen etwas Wein. GuteNahrungs⸗Mittel ſind oͤfters die heilſamſte Arzney für Leute,die sich sonst mit grober Kost begnügen. Ehedem ließen diePfarrer bey herrschenden Krankheiten zu Hause die Suppefür die Kranken bereiten, und sie achteten sich glücklich,dieses Werk der Liebe verrichten zu können; man lieferteihnen nur das Fleisch, und man entschädigte sie, wenn siees verlangten, für die kleine Zuthat des Salzes, für dasHandbuch. I. Th.
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