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Zwei geographische Beschreibungen des Herzogtums Berg aus dem ersten Drittel des 18. Jahrhunderts
Entstehung
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130dessen Mißwachs stehet ein Bergischer Butter= und Haber=Baurbesser dann ein Wein=Baur.Eckenhagen, ein schöner Marck= und am Wässergen gelegenerHandels=Flecken. Allhier wird der Handel mit rohem Stahl undEysen starck getrieben, und gibt es Hämmer und Schmeltz=Hütten,auch wolhabende Kauffleuth hieselbsten. Die Einwohner so wolals umbliegende Kirspeln bestehen mehrentheils in Römisch=Catho-lischer, so dann auch in etwa Evangelisch=Lutherisch= und ReformirtenReligionen.Vorbeschriebenes Bergisches Land besteht mehrentheils inschönen Handwerckern, gleich allhier jedes Orth beschrieben wird,sehr berühmten und vornehmen Kauffleuthen, welche auß anderenfrembden Landen die Gold= und silberne Müntz herein führen,Bürgern und Haußleuthen, Handwercks= und Fuhrleuthen Arbeitgnug geben und ernähren, daß also die benachbahrte Landen diesemnicht beykommen können. In diesem Land hat kein Einwohnervor den Häusern zu bettelen nöthig, Kinder von fünff biß sechs-Jahren können ihr Brod von der Bergischen Haupt=Stadt Lennep-mit Wolle=lesen, kratzen und spinnen, so wol als auch von derStadt Elberfeldt, mit Garn=spuhlen, bleichen, streichen und haspelenverdienen, die alte und sonst gebrechliche Leuth werden von denKirspelen auß Kirchen=Allmosen unterhalten; weilen aber in denbenachbarten Landen das bettelen vor den Häuseren so wol als-den Einwohneren das geben, daß also kein Bettler geduldet wird,starck verbotten, derowegen so ist hiesiges Bergisches Land nichtvon hiesigen, sondern frembden außländischen Müssiggängern undBettleren starck angefüllet. So viel mir wissig, so ist dieses Land-(GOtt sey Danck) in einem guten florirenden Stand, Ihro Chur-Fürstl. Durchl. Steur=Außgaben seynd erträglich, in einigenAembteren aber die starcke gemeine Außschläge verderblich. VonKrieg und Werbungen leben die Landes=Unterthanen, daß sie sicherschlaffen und erwachen können, unter Ihro Chur=Fürstl. Durchl.Schutz ruhig, des Endes dann auch alle Bergische Landes=Unter-thanen, ohne Unterscheid der vorher beschriebenen drey Religionen,vor ihren allergnädigsten Chur=Fürsten und Landes=Herrn, daßder Höchste GOTT und Vatter Denselben zu fernerem Trost,Freude, und Landes=Wolergehen biß in die späte Jahren mitlangem Leben, beständiger Gesundheit und allem hohen Wolergehenerfreuen wolle, inständigst zu GOTT flehen und bitten.