115Sünden gereiniget, meinen Namen mit seinem allerheiligsten ver-gossenen Blut in das Buch des Lebens eingeschrieben, mich auchbiß hierzu mit seinem allerheiligsten Fleisch und Blut gespeisetund geträncket, mich auch auß viel und mancherley Gefahr errettet,in viel Creutz, Widerwärtigkeit und Elend erhalten, von denenmir so hefftig nachstellenden ungerechten Welt Feinden hat Er michgnädig errettet; ja es hat der gerechte allwältende GOtt mich vonChristlichen Elteren, auß einem ehrlichen Ehe=Bett, auß meinerMutter Leibe in Anno 1658. den 24. Decembr. gezogen. MeinGroß=Vatter an meines abgelebten Vatters Seiten, CasparusWülffing, ist in der schweren dreyssig=jährigen Krieges=Zeitallhier Bergischen Landes, Ambts Barmen, einige Jahren Vorsteher;meine Groß=Mutter an der Seiten ist Anna Wortmans vonRischeit gewesen. Mein Groß=Vatter an mütterlicher Seiten,Adolff Scheurman, ist in eben vorgemelter dreyssig=jährigenKrieges=Zeit Bergischen Landes Land=Leütenandt gewesen, und auffder Cöllnischen Land=Straß am Neuen=Hause, allwo er zu Mittagspeisen wollen, mit vier Schützen durch eine Parthey Strassen-Räuber elendig ermordet, und mit diesen Schützen also todt nachBeyenburg gefahren und allda begraben worden; die Groß-Mutter war Catharina von Dahlhausen, auß dem Märckischengebürtig. Mein Vatter sel. hat Johann Wülffing, und meineMutter sel. Clara Scheurmans geheissen, seynd beyde allhierim Bergischen Land gebohren und erzogen, zur Beyenburg beerbetgewesen, in ihrem Ehestand gewohnet, und haben also daselbstenfünff Töchter und zwey Söhne in solchem Ehestand, wovon ichbiß auff meinen Bruder der jüngste gewesen, gezeuget. Meinabgelebter Vatter sel. hat einen ehrlichen und rühmlichen Handelund Kauffmanschafft zwischen Holland, Amsterdam, Westphalen,Münster, Cölln, Franckfurt und weiter, mit Brandewein, Fett-wahren, Vieh und Früchten auffrichtig getrieben, mich, meinenBruder (welcher aber frühzeitig gestorben) und Schwesteren zurSchulen gehalten, und in der Forcht GOttes erziehen lassen, Frauund Kinder also ehrlich ernähret und versorget; aber GOtt hatihn in seinen blühenden Jahren in eine Schwindsucht, daß keineReisen verrichten, weder Handel und Wandel treiben können, fallen,und nach sieben=jähriger Kranckheit durch den zeitlichen Todt (daich nur eilff Jahr Alters gewesen) zu sich abforderen, und dasZeitliche mit dem Ewigen verwechseln, mich also und meine
Druckschrift
Zwei geographische Beschreibungen des Herzogtums Berg aus dem ersten Drittel des 18. Jahrhunderts
Seite
115
Einzelbild herunterladen
verfügbare Breiten