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Zwei geographische Beschreibungen des Herzogtums Berg aus dem ersten Drittel des 18. Jahrhunderts
Entstehung
Seite
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10931.35. Karten der Jülichschen Ämter Caster, Bergheim, Jülich-Aldenhoven, Eschweiler=Wilhelmstein, Düren=Nörvenich.Durch ihr feines Äußere (Einband in Maroquin mit ein-gepreßten Goldverzierungen, das Kurpfälzische Wappen mit demKurfürstlichen Monogramm zu beiden Seiten in der Mitte, undGoldschnitt der Papierränder) kennzeichnet sich die Handschrift alsein Dedikationsexemplar ihres Verfassers, des Baumeisters undGeographen Erich Philipp Plönnies, zu Händen des regie-renden Kurfürsten von der Pfalz. Aus Speyer gebürtig, warPlönnies um 1703 Professor der Mathematik zu Gießen undzugleich Hessen=Darmstädtischer Oberbaumeister gewesen, scheintsich dann um 1708 am Niederrhein, insbesondere zu Wesel, auf-gehalten zu haben und als Ingenieur in Pfälzisch=BergischenDiensten thätig gewesen zu sein. Späterhin ward er Landbau-direktor im Fürstentum Nassau=Siegen. (Vgl. Strieder's Hess.Gelehrtengesch. II. S. 122.) Daß eine Veröffentlichung der Kartennebst Text durch den Druck vom Verf. beabsichtigt war, deutet erselbst an in einer gleichfalls eigenhändigen, dem Texte vorangestelltenNöthigen Anmerkung, d. d. Siegen, den 7. September 1727, inwelcher er zugleich auf die noch erforderliche Revision und Korrekturder Karten durch die Richter und Amtskundigen und die durchdie Amtsschreiber anzuzeigende richtigere Schreibung der Orts-namen hinweist, da er damals nicht anders habe schreiben können,als solche Nahmen von den Bauern sind gesprochen oderpronunciret worden. Um dieselbe Zeit, als Plönnies diese Notizhinzufügte, ist die Handschrift (welche 1715 verfaßt und demKurfürsten Johann Wilhelm dediziert, dagegen auf den Einband-deckeln links vom Wappen das Monogramm des Bruders undNachfolgers Karl Philipp (17161742) zeigt) wahrscheinlich indas Kurfürstliche Archiv gelangt, wo sie der WasserbaumeisterWiebeking 1788 fand und für seine 1790 erschienene Gesamtkartedes Herzogtums Berg verwertete.Indem wir uns vorbehalten, im Anschlusse an die Veröffent-lichung des Plönnies'schen Textes, eine Auswahl der Ansichten undPläne vervielfältigen zu lassen, wird es am Platze sein, über die*) Eine Abschrift des Plönnies'schen Textes findet sich in den handschrift-lichen, um 1797 abgeschlossenen Kollektaneen des Jülich=Bergischen VizekanzlersGeorg Joseph Frhr. von Knapp Vol. II. fol. 124. (St.=A. Düsseldorf).