101frey weg siehet, und ohnerachtet es so hoch gelegen, stehet es dochauf keiner Praecipice, sondern mann kann mit großem gemachhinauf gehen, reiten und fahren; die Größe gedachten Schlossesist auch solcher Gestalt inacht genommen, daß es einem Könignicht zu klein würde fallen darin zu wohnen. Inwendig ist esaufs schönste gezieret, nicht allein mit Stucatur=Arbeit, sondernauch künstlichen Gemählten, auswendig praesentiret es sich wegenseiner Größe sehr ansehnlich, und ist alleregularitet, die in derArchitectur zu observiren nöthig, daran gebraucht worden. Mannwird weit in Teutschlandt reisen, ehe mann dergleichen zu sehenantreffen wird, deswegen ein Reisender der Mühe, seinen Wegdahin zu nehmen und solches zu besehen, sich nicht soll dauernlassen, dann er wird sein genügen in Besichtigung desselben finden.Von denen vornehmsten Klöstern und zwar von demberühmten Kloster Altenberg.Es ist das Kloster Altenberg eines von den merckwürdigstenDingen in dem Bergischen Landt, dasselbe liegt nur etliche Stundenvon dem Rhein ab, und wird von Cöln 3 Stundt (wie wohl solchenicht klein, sondern aufs wenigste 3½ Stundt sindt) gerechnet.Dieses Kloster ist fundirt im Jahre 1133 von Eberhardt Grafenvon den Bergen, dessen Bruder Adolph geheißen, und welchegestorben im Jahr 1152. Das Kirchgebau hat ihres gleichenwenig in den benachbarten Landen, und das Kloster, sambt denendabey liegenden Gärten, ist ansehnlich erbauet, doch lieget solchesso tief im Thal, daß es einem nicht ehr ins Gesicht kompt, bismann fast ganz nahe dabey ist, wie dann desselben Situationaus beygefügter Abzeichnung einigermaßen abzunehmen.Vor ohngefehr 400 und etlichen Jahren geschahe bey gemeltemKloster ein solcher Wolckenbruch, daß 10 München darinnertruncken, und die übrigen sich auf den Thurn salviren müssen,auch wurde alles solcher Gestalt weggeschwemmet, daß nach Ver-laufung des Wassers kaum so viel an Vorrath übrig gebliebendenen noch geretteten Geistlichen eine Mahlzeit zu lassen.Mann kann hier ein und andere Antiquiteten, die zurHistorie dienen, finden, dann daselbst etliche Erzbischöfe und Grafenvon den Bergen begraben liegen; unter andern habe das Grab-mahl Gerhardi Grafen von Berg und Rauelsberg (welcher denHubertus=Orden gestiftet und im Jahr 1479 gestorben) alda
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Zwei geographische Beschreibungen des Herzogtums Berg aus dem ersten Drittel des 18. Jahrhunderts
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